
HB HANNOVER. Im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts von Kommunen und Bund haben die Gewerkschaften am Montag mit Warnstreiks in acht Bundesländern Druck gemacht. Nach Angaben von ver.di traten in Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Thüringen mehr als 10 000 Beschäftigte von Verkehrsbetrieben, Ämtern, Kindertagesstätten, Krankenhäusern und der Müllabfuhr in den Ausstand.
In den niedersächsischen Städten Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Göttingen legten Streikende den öffentlichen Nahverkehr lahm. U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse blieben im Depot. Auch in Mainz in Rheinland-Pfalz streikten Busfahrer. Zu einer zentralen Streikkundgebung mit ver.di-Chef Frank Bsirske am Montagmittag in Hannover wurden 10 000 Teilnehmer erwartet.
Die Gewerkschaften verlangen vom Bund und den kommunalen Arbeitgebern Einkommensverbesserungen im Volumen von fünf Prozent. Die Tarifverhandlungen werden am Mittwoch in Potsdam fortgesetzt. Man erwarte von der Arbeitgeberseite endlich ein verhandlungsfähiges Angebot, sagte ein ver.di-Sprecher.
In der niedersächsischen Landeshauptstadt blieben am Montag viele Kindertagesstätten und Ämter geschlossen. In Hannover, Bremen und Wolfsburg legten den Angaben zufolge auch Beschäftigte großer Kliniken die Arbeit nieder. Nicht sofort notwendige Operation seien verschoben worden, sagte der Gewerkschaftssprecher.
Auch in Rheinland-Pfalz legten mehrere tausend Beschäftigte des öffentlichen Diensts die Arbeit nieder. In Mainz traten rund 100 Busfahrer der städtischen Verkehrsbetriebe in den Warnstreik. Auch Beschäftigte der Müllabfuhren in Mainz, Ludwigshafen und Worms traten in den Ausstand. Zudem blieben in Ludwigshafen und Mainz 46 Kindertagesstätten geschlossen.
In dem Tarifkonflikt ist es der vierte Warnstreiktag, bevor am Mittwoch die nächste Verhandlungsrunde für die rund zwei Mio. Beschäftigten startet. Insgesamt traten bislang rund 100 000 Beschäftigte vorübergehend in den Ausstand. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt.