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27.12.2007 
Europäische Währungsunion

Fliehkräfte belasten das Euro-Reich

von M. Kurm-Engels und Klaus Engelen

Die Europäische Währungsunion dehnt sich am 1. Januar auf Malta und Zypern aus. Doch die Erfolgsgeschichte der Einheitswährung hat auch Schattenseiten: Experten warnen vor einem zunehmenden Gefälle zwischen den einzelnen Volkswirtschaften.

Die Malteser machen sich mit den neuen Euro-Banknoten vertraut. Foto: ReutersLupe

Die Malteser machen sich mit den neuen Euro-Banknoten vertraut. Foto: Reuters

FRANKFURT/BERLIN. Wenn am 31. Dezember um Mitternacht in Nikosia und Valletta die Sektkorken knallen, dann nicht nur, um das Jahr 2008 willkommen zu heißen. Zypern und Malta begrüßen auch den Euro, für den sie zum 1. Januar ihre Landeswährungen, das Zypern-Pfund und die maltesische Lira, eintauschen. Die Europäische Währungsunion zählt dann 15 Mitglieder, und die Europäische Zentralbank (EZB) macht ihre Geldpolitik für 318 Millionen Menschen.

Nach der Erweiterung der EU um zehn Mitgliedstaaten am 1. Mai 2004 sind nach Slowenien Zypern und Malta die ersten, die sich für den Euro qualifiziert haben. Darauf ist man stolz auf den Inseln, auch wenn es Vorbehalte wegen der befürchteten Teuerung durch den Euro gibt. Slowenien hatte die Europa-Währung zum 1. Januar 2007 eingeführt.

In den größeren der neuen EU-Länder ist die anfängliche Begeisterung für eine rasche Übernahme des Euros dagegen rasch verflogen. Weder die polnische noch die ungarische oder die tschechische Regierung wollen sich auf einen Termin festlegen, bis zu dem sie die im Vertrag von Maastricht vorgeschriebenen Konvergenz-Kriterien erfüllen wollen. Nur die Slowakei will der Währungsunion womöglich schon Anfang 2009 beitreten.

Die Zurückhaltung der EU-Neulinge ist auch auf enttäuschte Hoffnungen zurückzuführen. Die für eine Währungsunion erforderlichen wirtschaftspolitischen Anpassungen, etwa eine niedrige Inflationsrate, sind nur zum Teil realisiert worden - die Folge sind wachsende Wettbewerbsunterschiede zwischen den Neulingen.


Tabelle  Infografik: Wachsender Währungsraum


Nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi tun sich aber auch zwischen den älteren Mitgliedern der Währungsunion Wettbewerbsunterschiede auf, die mit einer optimalen Union nicht vereinbar seien. In Italien, Spanien, Griechenland und in geringerem Maße auch in Frankreich richteten sich die Lohnerhöhungen nicht nach den Produktivitätszuwächsen. Deshalb habe sich die Konkurrenzfähigkeit dieser Staaten erheblich verschlechtert. Um verlorenes Terrain zurückzugewinnen, müssten diese Länder ähnlich schmerzliche Anpassungen vornehmen wie Deutschland in den letzten Jahren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eine Gefahr für die Währungsunion?

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