Flucht beendet
Dissident fürchtet in China um sein Leben

Kurz nach der Ankunft Hillary Clintons in China kam der Durchbruch: Der chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng hat die US-Botschaft in Peking verlassen. Dabei hat er offenbar auch an die USA Bedingungen gestellt.
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WashingtonImmer nebulöser werden die Umstände, unter denen der blinde chinesische Dissident Chen Guangcheng die US-Botschaft verlassen hat, in die er vor wenigen Tagen geflüchtet war. China und die USA stellen es als freiwillige Handlung dar, doch es gibt auch Stimmen, die von Druck sprechen. Der Bürgerrechtler selbst ist einem TV-Bericht zufolge mit der Lösung alles andere als zufrieden.

Nach eigener Aussage fürchtet Chen um sein Leben und will die Volksrepublik so schnell wie möglich verlassen. Wenige Stunden nach dem Verlassen der US-Botschaft sagte der Anwalts-Autodidakt am Mittwoch dem TV-Sender CNN nach dessen Darstellung, er fühle sich von der Regierung in Washington im Stich gelassen.

In der US-Vertretung sei ihm nicht die ganze Wahrheit erzählt worden, sagte Chen laut Bericht des Senders. Nach einem Gespräch mit seiner Frau habe er erfahren, wie sie behandelt worden sei. Nun fürchteten beide um ihre Sicherheit.

Zuvor hatte ein Unterstützer erklärt, Chen habe die Botschaft nicht freiwillig, sondern erst nach Drohungen der Behörden gegen seine Familie verlassen. Nach Darstellung Chinas und der USA fiel die Entscheidung dagegen aus freien Stücken.

Der amerikanische China-Experte Jerome Cohen, der als Vertrauter Chens gilt, sprach in Washington davon, dass Chen hat die US-Botschaft unter anderem unter der Bedingung verlassen habe, dass sich US-Präsident Barack Obama öffentlich für ihn einsetzt.

Teil der Vereinbarung sei, dass neben Außenministerin Hillary Clinton auch Obama seine Unterstützung für Chen erkläre, sagte Cohen. Er war in die Verhandlungen nach der Flucht Chens in die US-Botschaft eingebunden.

"Ich bin sicher, dass Obama angesichts des Wahlkampfs bald eine Möglichkeit haben wird, diese Haltung zu vertreten", sagte Cohen, der an der renommierten US-Denkfabrik Council on Foreign Relations forscht. Er hoffe, dass der Präsident eine "bedeutende Erklärung" abgeben werde.

Clinton hatte erklärt, dass die USA zusagen würden, das Schicksal von Chen und seiner Familie "in den kommenden Tagen, Wochen und Jahren" weiter zu verfolgen.

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  • Nicht nur der ich erinnere mal an die Scientlogy Datenkraken aus dem Vordertaunus

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