Flucht, Migration, Frauen und Jugend
Merkel nennt Themen für G20-Gipfel in Hamburg

Das wichtigste Gipfeltreffen der Welt kommt nach Deutschland. Kanzlerin Merkel hat Hamburg für das G20-Treffen kurz vor der Bundestagswahl ausgewählt. Auf ihrer politischen Agenda stehen ungewöhnliche Schwerpunkte.

HangzhouDie Latte liegt hoch für das Rahmenprogramm des nächsten G20-Gipfels. Der chinesische Präsident Xi Jinping veranstaltete ein bombastisches Kulturspektakel auf dem malerischen Westsee inmitten der Millionenmetropole Hangzhou, um die mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt bei Laune zu halten. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel nächstes Jahr im Juli Gastgeberin des G20-Gipfels in ihrem Geburtsort Hamburg ist, muss sie sich schon etwas einfallen lassen, um das noch zu toppen.

Deutschland richtet auf dem Messegelände in der Hamburger Innenstadt 2017 zum ersten Mal das bedeutendste regelmäßige Gipfeltreffen der Weltpolitik aus. Gastgeberin Merkel ist schon jetzt die dienstälteste Chefin in dem erlauchten Zwanziger-Kreis und die Einzige, die seit der Premiere 2008 bei jedem Gipfel dabei war.

Aber warum hat sie Hamburg den Zuschlag als Veranstaltungsort gegeben? Dass sie in der Hansestadt an der Elbe geboren wurde, dürfte nicht unbedingt ausschlaggebend gewesen sein. Es gibt andere Argumente für Hamburg. Es hat die Infrastruktur, um etliche tausend Delegationsmitglieder und Journalisten unterzubringen und zu versorgen.

Es gilt als weltoffene Handels- und Hafenstadt - perfekt für ein Gipfeltreffen der stärksten Wirtschaftsmächte. Vielleicht hat ursprünglich auch eine Rolle gespielt, dass Hamburg sich eigentlich für Olympia 2024 bewerben wollte - das lehnten die Hamburger aber in einem Referendum ab.

Jetzt gibt es trotzdem eine Großveranstaltung. So wie in Hangzhou, wo zwei Millionen Einwohner in Zwangsurlaub geschickt wurden und die Stadt verlassen mussten, wird es aber nicht werden. „Die Beeinträchtigungen des normalen Lebens sollen so gering wie möglich gehalten werden“, kündigt der Hamburger Staatsrat Wolfgang Schmidt an. Der Bevollmächtigte der Hansestadt beim Bund hat sich am Sonntag und Montag in Hangzhou die Gipfelorganisation angeschaut. Bei den Sicherheitsvorkehrungen werde man in Hamburg etwas zurückhaltender sein, sagt er. „Wir haben nicht vor, die halbe Stadt zu sperren.“

Auch politisch wird es ein Kontrastprogramm zum Gipfel in China geben. Statt eines wirtschaftspolitischen Schwerpunkts stehen die Themen Flucht, Migration, Gesundheit, Frauenrechte und Jugend auf Merkels G20-Agenda. Ferner soll die Zivilgesellschaft - dazu gehören Vertreter aus Kultur, Sport, Wissenschaft, Bildung - bei der Vorbereitung und bei der Veranstaltung selbst stärker einbezogen werden.

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