Flucht mit Hubschrauber
Asyl-Gesuch von Putschisten stellt Griechenland vor Dilemma

Acht türkische Putschisten sind nach Griechenland geflohen und bitten dort um politisches Asyl. Der Außenminister der Türkei fordert ihre Auslieferung. Die griechische Regierung steckt in einer Zwickmühle.

AlexandroupolisDie acht türkischen Putschisten, die mit einem Militärhubschrauber nach Griechenland geflüchtet sind und dort politisches Asyl beantragt haben, stellen Athen vor ein diplomatisches Dilemma. Ihre Anträge müssten nach den Regeln des internationalen Rechts bearbeitet werden, sagte die griechische Regierungssprecherin Olga Gerovasili am Samstag dem staatlichen Fernsehsender ERT. Andererseits hätten die Männer – laut „Daily Sabah“ sieben Soldaten und ein Zivilist – gegen die türkische Verfassung verstoßen.

In einem ersten Schritt solle der Hubschrauber des Typs „Black Hawk“, mit dem die Soldaten Samstagmittag in der nordgriechischen Stadt Alexandroupolis notgelandet waren, in die Türkei zurücktransportiert werden, so Gerovasili weiter. Was die Insassen beträfe, würden alle diplomatischen Wege genutzt, um sich mit der Türkei auszutauschen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte sofort nach der Landung des Hubschraubers in Alexandroupolis die Rückführung der Soldaten gefordert. „Wir haben die Auslieferung der acht verräterischen per Hubschrauber nach Griechenland geflüchteten Soldanten verlangt“, schrieb er auf Twitter.

Später erklärte er, er habe mit seinem griechischen Kollegen Nikos Kotzias gesprochen. Dieser habe ihm versichert, dass die acht Männer „so schnell wie möglich“ in die Türkei zurückkehren werden. Athen bestätigte das Telefonat, äußerte sich aber zurückhaltender.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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