Flüchtlinge an der EU-Grenze
Griechenland – das gelobte Land

Sie kommen in morschen Fischerbooten über die Ägäis, paddeln in Schlauchbooten zu einer der griechischen Inseln. Griechenland erlebt eine nie dagewesene Flut von Flüchtlingen. Doch das Land ist völlig überfordert.
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Das schöne Sommerwetter lockt in diesen Tagen nicht nur Segler auf die Ägäis und Touristen an Bord der Ausflugsboote. Mehr Migranten als je zuvor kommen jetzt von der Türkei übers Meer ins EU-Land Griechenland. Die Unruhen im Nahen Osten lassen den Flüchtlingsstrom ständig weiter anschwellen. Die Regierung in Athen schlägt Alarm: Entlang der türkischen Ägäis-Küste warten nach Erkenntnissen griechischer Dienste rund 100.000 Migranten auf eine Möglichkeit, nach Griechenland zu kommen. „Das kann nicht so weitergehen“, sagte der für die Küstenwache zuständige Marine-Minister Miltiades Varvitsiotis am Montag im griechischen Rundfunk.

Sie kommen in morschen Fischerbooten über die Ägäis, paddeln in Schlauchbooten von der türkischen Küste zu einer der griechischen Inseln, überqueren in Ruderbooten den Grenzfluss Evros oder werden von Schleusern in Fernlastern, versteckt zwischen der Ladung, über die Grenze geschmuggelt. Griechenland erlebt in diesen Wochen eine nie dagewesene Flut von Flüchtlingen.


Allein am Montagmorgen griff die griechische Küstenwache binnen weniger Stunden 145 Migranten auf: 52 nördlich der Insel Samos, 46 östlich von Chios, 43 bei der Insel Agathonisi und vier vor Lesbos. Erst am vergangenen Freitag hatte die Küstenwache 180 Flüchtlinge in der Ägäis aufgegriffen. Vor der Insel Tilos rettete die Besatzung eines Patrouillenboots weitere 81 Migranten, nachdem ihr Holzkutter Feuer gefangen hatte und gesunken war. Ebenfalls am Freitag wurden 22 Flüchtlinge vor Monemvasia an der Küste des Peloponnes aufgegriffen. Vor Rhodos retteten zwei Hubschrauberbesatzungen 15 syrische Flüchtlinge von einem sinkenden Boot.

Unter dem Strich wurden allein in den vergangenen drei Tagen mehr als 1000 illegale Einwanderer gestellt. Bereits in den ersten sieben Monaten hatte sich gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Aufgriffe mehr als verdoppelt. Während zwischen Januar und Juli vergangenen Jahres 6.200 Einwanderer ohne gültige Papiere aus der Türkei nach Griechenland kamen, waren es in diesem Jahr bereits 15 104. Wie viele unerkannt ins Land kommen, weiß keiner. Aber die Dunkelziffer dürfte erheblich sein.

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Lesbos: 4.071 Einwanderer ohne gültige Papiere

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  • Sparen Sie sich bitte Ihre peinliche Polemik - argumentieren Sie mit Fakten, so Sie überhaupt dazu in der Lage sind. Dazu genügt es, die Statistiken zu sehen. Ach so: Woher eigentlich wissen Sie, dass keine Kriegstreiber, Mörder oder Vergewaltiger ankommen? Werfen doch gerade die "Flüchtlinge" gern den Pass weg. Aber, ich weiß schon: Der Migrant an sich kann nur gut sein - und ist es selbstredend auch!!!! Dass die Vergewaltigungszahlen steigen - was kümmert das einen inkompetenten Schreihals Ihres Kalibers? Nur noch peinlich, was Sie hier abliefern! Herzliche Grüße nach Elfenbeinturmhausen - ich wünsche Ihnen ein Erstaufnahmelager in direkter Nachbarschaft, dann sprechen wir uns wieder. Was für eine bornierte Schei*e ….

  • Genau die ganzen Ni... sind alles kriminelle Islamisten die sich in unseren Sozialsystemen breit machen wollen...
    Was für ein erbärmlicher, polemischer Kommentar ihrerseits! Schonmal dran gedacht das Welt nicht nur schwarz-weiß ist. Offensichtlich ist die Situation in Afrika dermaßen schlimm, dass diese Menschen billigend den eigenen Tod in Kauf nehmen nur um diesem Kontinent zu entfliehen. Das die Griechen damit überfordert sind wundert nicht, sind sie doch schon mit ihren hausgemachten Problemen genug gebeutelt.

  • Mal sehen, wann es die ersten Aufstände der Einheimischen gibt. Schätze die EU-Polizei kann dann nur noch laufen.

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