Flüchtlinge
Angespannte Lage an Europas Grenzen

Angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme nach Europa suchen alle beteiligten nach einer Lösung. Während Kanzlerin Merkel auf einer Quotenlösung beharrt, bringt die UN eine internationale Konferenz ins Gespräch.

BerlinDie Lage an den EU-Außengrenzen bleibt weiterhin angespannt. Nach UN-Angaben vom Dienstag harrten allein auf den griechischen Inseln 30.000 Flüchtlinge aus, davon 20.000 auf Lesbos. Der für Einwanderung zuständige Minister Giannis Mousalas warnte am Montag, Lesbos mit seinen 85.000 Einwohnern stehe vor einer „Explosion“. Die örtlichen Behörden könnten die Lage kaum noch bewältigen. In der Nacht zum Dienstag kam es dann erneut zu Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen und Sicherheitskräften. Rund ein Dutzend Mitglieder der Küstenwache und der Bereitschaftspolizei gingen teils mit Schlagstöcken gegen aufgebrachte Migranten vor, die auf ein von der Regierung bereitgestelltes Schiff gelangen wollten.

Am Dienstag hatten die Behörden die Situation nach Angaben des Bürgermeisters von Lesbos wieder etwas besser im Griff. Es sei ein neues Erstaufnahmelager eingerichtet worden, zudem sollten vier Fähren Flüchtlinge aufs Festland bringen. Die zuständige Gouverneurin Christiana Kallogirou rief die EU auf, ihre versprochene Hilfe zu beschleunigen. Lesbos habe bisher noch keinen Euro gesehen.

An der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien warteten 8.000 Menschen auf ihren Übergang in die ehemalige jugoslawische Teilrepublik. Nach heftigen Spannungen schien sich die Lage am Dienstag aber wieder etwas beruhigt zu haben. In Ungarn brachen rund 200 Menschen am Montagabend aus dem Aufnahmelager von Röszke unweit der serbischen Grenze aus und machten sich zu Fuß auf der Autobahn auf den Weg gen Westeuropa. Erst nach rund 15 Kilometern ließen sie sich von der Polizei zu einer Rückkehr überreden.

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Tusk: „Der Exodus kann Jahre dauern“

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