Flüchtlinge
Die „Festung Europa“

Zwei Milliarden Euro für den Bau von Zäunen, Überwachungssystemen und in Grenzkontrollen hat die EU laut Amnesty International in den vergangene Jahren ausgegeben. Statt Menschenleben von Flüchtlingen zu retten.
  • 4

BerlinDie Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Europäische Union für die Verteilung ihrer Finanzen an den Außengrenzen kritisiert. Zwischen 2007 und 2013 seien fast zwei Milliarden Euro in den Bau von Zäunen, Überwachungssystemen und in Grenzkontrollen geflossen, heißt es in einem neuen Bericht der Organisation unter dem Titel „Festung Europa auf Kosten der Menschlichkeiten“, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Nur 700 Millionen Euro flossen im gleichen Zeitraum in die Verbesserung von Asylverfahren.

„Es ist makaber, dass die Europäische Union Milliarden in die Abschottung steckt und keinen Cent ausgibt, um gemeinsam Flüchtlinge im Mittelmeer zu retten“, sagte die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Selmin Çaliskan. Sie forderte eine von allen EU-Ländern finanzierte und koordinierte Seenotrettung. Bisher rette nur Italien im Alleingang Bootsflüchtlinge in einem Teil des Mittelmeers.

Amnesty kritisiert zudem, dass die EU mit Nachbarstaaten wie der Türkei, Marokko und Libyen kooperiert. „Flüchtlingen droht dort die Verhaftung, in Libyen sogar Folter.“ Zum Teil würden Flüchtlinge und Migranten zurückgeschickt, ohne die Chance, Schutz zu beantragen. Amnesty International habe diese illegale Praxis in Bulgarien und in Griechenland dokumentiert.

Die europäische Flüchtlingspolitik steht schon lange in der Kritik. Ein Aufschrei der Empörung ging durch Europa, als im Oktober mehr als 360 Flüchtlinge vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ertranken. Die Regierung in Rom rief daraufhin die Operation "Mare Nostrum" ins Leben, um das Mittelmeer mithilfe der italienischen Marine zu überwachen und Bootsflüchtlinge aufzugreifen. Seit Jahresbeginn kamen rund 68.000 Flüchtlinge an, wodurch Italien sich überfordert sieht.

Kommentare zu " Flüchtlinge: Die „Festung Europa“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ursache der Odyssee v Fluechtlingen nach Europa=zum Teil die verwerfliche NatoPolitik.Es sind nicht nur WirtschaftsFluechtlinge welche nach Europa kommen.Wenn man betrachtet dass Natolaender m ihren Kriegen+schmutzige Politik schon ueber 20 mio Opfer verursacht haben im NahOst an Toten,Verwundeten,Fluechtlingen+viele Laender+Regionen verwuestet haben,dann=es ein Wunder das sowenige Fluechtlinge EUGrenzen stuermen.Auch Hunger=ein wichtiger Grund,BioOel+landwirtschaftliche EUPolitik haben fast eine Milliarde v Menschen inden Hunger getrieben,davon viele unweit v Europa.Das EU sich so abschottet v dem Elend das v ihr verursacht wurde=sehr heuchlerisch+wurde auch v PapstFranziskus als sehr niedriger Moral angemahnt.Fuer diese Politik bekam EU 2012 den NobelFriedensPreis der seit Obama nur noch den Wert eines KarnavalOrdens hat.Hoechste Zeit die Nato in eine EUOrganisation zu aendern um von den,Desaster bringenden, Kriegstreibern wie USA loszukommen+alle EU-NatoMinister zu entlassen die drin zugestimmt haben diese Katastrofen zu verursachen

  • Ich denke die italienische Marine ist stark genug um Übergriffe an ihren Grenzen abzuwehren. Die "Flüchtlinge"
    sind umgehend zurückzuführen.

  • Der kleinste gemeinsame Nenner ist der einzig Richtige. Wir müssen Europa vor dem Ansturm von Millionen Wirtschaftsflüchtlingen schützen indem wir die Einreisebedingungen so gestalten das eine Einreise und ein dauerhafter Aufenthalt nicht möglich ist. Wenn das auch die Schlepperbanden erkannt haben, wird der Ansturm nachlassen. Wenn wir günstige Konditionen schaffen, wird der Strom der Bewerber ständig zunehmen. Was Europa nicht darf, ist die USA bei Ihren weltweiten Kriegen unterstützen. Hier werden die Ursachen für die Flüchtlingsströme oftmals geschaffen (Lybien,Syrien, Irak usw. Die USA machen das Geschäft und die EU bekommt die Flüchtlinge.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%