Flüchtlinge
Europa, das Paradies?

Tausende flüchten nach Europa, nun reist die Kanzlerin nach Wien, um über die Flüchtlingslage zu beraten. Doch was wissen die Menschen aus Afrika oder dem Nahen Osten über ihr Traumziel? Unsere Korrespondenten berichten.
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Düsseldorf/Kapstadt/Tel Aviv/WienZäune in Griechenland, Zäune in Calais, in Ungarn, in Melilla: Der Kontinent, der einst das Wegfallen von Grenzkontrollen als historische Errungenschaft feierte, igelt sich immer mehr ein. Und das, um Flüchtlinge aus Europa auszusperren. Denn Europa ist überfordert mit den steigenden Flüchtlingszahlen. Auch deshalb reist Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heute nach Wien. Auf der Westbalkan-Konferenz wird die Kanzlerin über die wachsende Zahl von Asylbewerbern aus dieser Region beraten. Zu der Konferenz werden neben der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini und dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi auch die Regierungschefs aus Mazedonien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro und Serbien erwartet. Im laufenden Jahr stammten fast 45 Prozent aller Asylbewerber in Deutschland aus diesen sechs Balkanstaaten.

Auch Gastgeber Österreich ist von dem Flüchtlingszustrom stark betroffen. Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz forderte einen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, um für eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge in Europa zu sorgen. „Faktum ist, dass es 18 Länder in der Europäischen Union gibt, die alle gemeinsam nicht so viele Flüchtlinge haben wie Österreich.“
Der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, forderte erneut ein besseres System für die legale Aufnahme von Asylsuchenden. Nur so könne man Flüchtlinge vor Schleppern schützen, sagte Guterres in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem französischen Innenminister Bernard Cazeneuve in Genf. Doch davon halten nicht alle Staaten viel:

Die CSU etwa will in Bayern grenznahe Zeltlager für Asylsuchende aus „sicheren Herkunftsstaaten“ einrichten, um deren Abschiebung zu erleichtern. In den anderen europäischen Ländern ist der Ton ähnlich schrill. Großbritannien will Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis ins Gefängnis stecken, Geschäften mit illegal Eingereisten Angestellten wird mit Schließung gedroht.

Die Außenstaaten des EU-Gebietes versuchen schon lange nicht mehr, der Lage Herr zu werden. In Griechenland ist die Situation in den Flüchtlingsunterkünften so verheerend, dass Deutschland dorthin nicht mehr abschiebt. Den Italienern wird vorgeworfen, Flüchtlinge einfach durchzuwinken, damit sie möglichst nicht im eigenen Land bleiben.

Alles in allem gute Gründe, als Flüchtling und Asylsuchender nicht nach Europa zu kommen. Doch trotzdem nimmt der Strom nicht ab. Wieso wirken all die Abschreckungsmaßnahmen nicht? Wieso verlassen weiterhin jeden Tag Tausende ihre Heimat auf der Suche nach einem besseren Leben? Die Handelsblatt-Korrespondenten haben in den Herkunftsländern nach Antworten gesucht.

Lars-Thorben Niggehoff, Düsseldorf

Kommentare zu " Flüchtlinge : Europa, das Paradies?"

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  • Immer wieder schön zu lesen wie intelligent und ausgleichend Bessermenschen argumentieren, Herr MM Ihr Beitrag klingt aber doch irgendwie nach einem Zitat aus dem "Stürmer".
    Erklären sie uns doch mal woher sie Ihre zu Schau gestellte Überlegenheit nehmen?
    Ihre Argumentation ist Arrogant und Überheblich, Ist das ihr linker Humanismus? Oder outen Sie sich Als Stalinist. "willst du nicht meiner Meinung sein dann schlag ich dir den Schädel ein"
    Ich bin in dem Teil Deutschlands aufgewachsen in dem die Antifaschisten gerne mal Menschen In den Rücken schossen die das Land verlassen wollten.
    Und sich dafür mit Sonderurlaub und Orden belohnen ließen. Da haben die linken ihr wahres Gesicht gezeigt. Nicht umsonst nennt man im Volksmund das übervorteilen des Gegenübers "jemanden linken"
    Und wissen sie wodurch sie sich noch auszeichnen Zum Steueraufkommen tragen sie wenig bei, weil der persönliche Fleiß meist schwach ausgeprägt ist.
    Aber Das Ego ist meist so stark das die Linken sehr viel zu den Ausgaben beitragen.
    Schon der schlaue Mark Twain hat erkannt "Der Sozialismus ist die perfekte Gesellschaftsordnung, bis das Geld der anderen alle ist"

  • also wenn ich so einen Unsinn lese, da wird mir ganz schlecht.
    haben sich alle sog. Gutmenschen hier denn auch mal Gedanken gemacht, wie es weiter gehen soll ?
    Es kommen jeden Tag 7000 Mann in Mazedonien an, die wollen alle weiter nach Norden. Die meisten davon kommen nach Deutschland..

    Also, wo habt ihr Wohnungen fuer alle diese Menschen ?

    Und wo sind denn die ganzen freien Arbeitsplaetze ?

    Oder wollen wir das etwa alles fuer immer und ewig finanzieren ?
    Das ist ja voellig absurd.

    Laut Statistik sind 500.000 Arbeitsstellen frei, aber wir haben jetzt schon 2,7 Mio Arbeitslose.

    Ich weiss nicht, ob manche hier hinter dem Mond leben, aber warum besucht ihr nicht mal Duisburg Marxloh, Hochfeld oder Bruckhausen ?
    Findet ihr das etwa schoen da ?
    Sprecht mal dort mit den restlichen deutschen Anwohnern, was die da jeden Tag erleben.
    Und machen wir uns doch nichts vor : die ewigen Behauptungen von den gut ausgebildeten Fachkraeften, das ist doch alles Augenwischerei.
    Wo soll denn der syrische Anwalt in Deutschland arbeiten ? Hat Syrien jetzt deutsches Recht ?
    Oder ein pakistanischer Apotheker ?
    Leute, macht euch lieber mal vorher Gedanken, bevor ihr so einen Unsinn redet.

    Und an den Bundespfaffen : anstatt immer nur zu reden, selber mal mit gutem Beispiel vorangehen :
    Im Schloss Bellevue sind soviele Zimmer leer, warum nimmt er keine Fluechtlinge auf ?

    Genauso wie Mutti Merkel, die Dachwohnung im Bundeskanzleramt steht doch auch leer.
    Oder der tolle Til Schweiger : die 100.000 Euro Spende, was ist das schon fuer einen, der Millionen verdient ?
    Das ist fuer ihn doch ein Taschengeld.

    Unsere Lehrerin hat immer gesagt : Erst das Gehirn einschalten, denn reden.


  • @Albers

    Hallo Herr Albers,

    leider steht immer noch meine Frage bzgl. "Volksabstimmung" von gestern Vormittag (ggf. schauen SIe noch mal weiter hinten) im Raum.

    Volksabstimmung zu folgenden Fragen:

    Flüchtlinge
    EU
    Griechenland

    Konnte Sie sich hier schon zwischen:

    (ja) - finde ich gut
    oder
    (nein) - lehne ich ab

    entscheiden?

    Sollten Sie sich für (nein) entscheiden würde mich Ihre Argumentation, warum das nicht möglich sein sollte, freuen.

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