Flüchtlinge
Herzlich willkommen – aber nicht bei uns

Die EU bereitet sich auf Flüchtlinge aus Syrien vor. Doch die Menschen sind nicht überall gern gesehen. Viele EU-Staaten sind überfordert. Andere glauben, die Hilfe sei mehr als genug. Unsere Korrespondenten berichten.
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Düseldorf/London/Mailand/Paris/Stockholm/WienWohin nur mit den Flüchtlingen? Es sind vor allem die Kommunen, die in Deutschland stöhnen: Über zu wenig Platz und zu wenig Geld. Rund 37.000 Flüchtlinge sind laut Statistikbehörde Eurostat im ersten Quartal 2014 nach Deutschland gekommen, um hier zu bleiben – rund ein Drittel der 108.300 Flüchtlinge, die in die EU kommen. Die meisten Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchen und Asyl beantragen, kommen aus Syrien und den arabischen Staaten, im August 2014 waren es laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund 3300.

Viel zu viele, klagen Politiker. Dabei relativiert sich die Zahl der Flüchtlinge, setzt man sie ins Verhältnis zur Größe der Bevölkerung. Dann gehört Deutschland mit 460 Flüchtlingen pro eine Millionen Einwohnern zwar immer noch zu den EU-Staaten mit einem hohen Anteil, doch Schweden liegt mit 1355 Flüchtlinge pro eine Million Einwohner deutlich darüber.

Doch längst nicht alle Flüchtlinge dürfen in Deutschland auch bleiben. Denn für Asylbewerber gilt: Nur wer politisch verfolgt wird und direkt nach Deutschland eingereist ist, hat eine Chance auf Anerkennung. Und so wird nur ein verschwindet kleiner Teil der Asylanträge in Deutschland anerkannt, 2013 waren es 1,1 Prozent. Das liegt vor allem an der Dublin-Verordnung.

Nach EU-Recht muss ein Flüchtling in dem Land einen Asylantrag stellen, in dem er zuerst in die EU eingereist ist. Traditionell sind das die Länder, die auf den Flüchtlingsrouten liegen, einen Zugang zum Meer haben, am Rande zu anderen Kontinenten liegen. Die italienische Insel Lampedusa im Mittelmeer ist ein traurig-berühmtes Beispiel.

Für Deutschland bedeutet das: Nur der Flugweg gilt als direkte Einreise. Wer über Land einreist, hat immer schon zuvor ein anderes EU-Land betreten. Die deutsche Flüchtlings-Statistik wird sich noch weiter bereinigen. Gerade hat der Bundesrat beschlossen, dass Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina zukünftig als sichere Herkunftsländer eingestuft werden. Das heißt: Asylantragssteller aus dem Westbalkan werden künftig in der Regel sofort abgeschoben.

So ist das Flüchtlingsproblem in Deutschland vor allem eins, das aus der Ferne betrachtet wird. Denn es gibt keine Menschen, die in Nussschalen vor der Tür angeschwemmt werden, keine Menschen, die über Zäune klettern, um auf den sicheren Kontinent zu kommen. Hier gibt es Abschiebelager an Flughäfen. Und eben zu wenig Platz, um die Flüchtlinge ordentlich unterzubringen.

Doch wie stehen andere EU-Länder zu den Flüchtlingen? Sind sie willkommen? Unsere Korrespondenten berichten:

Kommentare zu " Flüchtlinge : Herzlich willkommen – aber nicht bei uns"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Und ich warne jeden ganz dringend davor, sich willenlos und unreflektiert wie ein Schaf in der Herde von eigenen - und erst recht von fremden!! - Stimmungen und Emotionen treiben zu lassen!

    Wir sind freie, mit der Fähigkeit zum Denken ausgestattete Menschen, keine (Rudel-)Tiere, und haben (m.E. jedenrfalls) nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, von dieser Gabe Gebrauch zu machen! Jeder nach seinen Möglichkeiten, aber höchstselbst, und ohne diese Aufgabe an andere zu delegieren!

    Übrigens: Bei den Flüchtlingen handelt es sich fast immer gerade nicht um die von Ihnen beschriebenen „Moslems mit Nachthemd und Sauerkrautbart“ (...), sondern um Menschen, die gezwungen sind, gerade vor denjenigen unter diesen „Sauerkrautbartträgern“ zu fliehen, bei denen es sich tatsächlich um Bestien handelt!

    (...)

    Aus folgendem Grunde: Ich werde es niemals akzeptieren, dass irgend ein Mensch - ganz egal, wer - sich anmaßt, seinen Mitmenschen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen – und erst recht, was sie zu denken haben!! Mal ganz abgesehen davon, dass solche Manipulationsversuche aufgrund der menschlichen Natur – jeder ist anders – gottlob grundsätzlich zum Scheitern verurteilt sind, handelt es sich einem solchen Missbrauch von Religion um nichts anderes als Blasphemie!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das Problem ist die unkontrollierte Zuwanderung. Es gibt aber endlich eine Partei, die das Problem glaubhaft anzugehen gedenkt - die AfD. Sollte ich wegen dieser Meinung als rechtslastig verunglimpft werden, hätte ich damit kein Problem. Wenn "Links" und die sogen. "Mitte" das Zuwanderungsproblem nicht schnell und wirkungsvoll unter Berücksichtigung der Bürgermeinung in den Griff bekommt, bleibt letztlich nur eine demokratische Entscheidung mit dem Stimmzettel - AfD!

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