Flüchtlinge in Asien
Thailand schiebt Uiguren nach China ab

Immer wieder gibt es Berichte über Repressalien gegen die muslimischen Uiguren in China. Trotzdem hat die thailändische Regierung nun uigurische Flüchtlinge nach China geflogen. Ein Verstoß gegen internationales Recht?
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BangkokThailand hat ungeachtet internationaler Proteste am Donnerstag mehr als 100 aus China geflohene Uiguren dorthin zurückgeschickt. Die Sprecherin des Pekinger Außenministeriums kündigte an, China werde gegen die Verdächtigen vorgehen, die Recht gebrochen hätten.

Der thailändische Ministerpräsident Prayuth Chan Ocha sagte, der Ort, an den die Uiguren geschickt worden seien, werde sich der Sache gemäß seines Justizsystems annehmen. Als Drittland sei die Angelegenheit nicht Thailands Problem. „Ich frage: Falls wir es nicht so machen, wie sollten wir es dann machen? Oder wollt ihr, dass wir sie für Ewigkeiten aufnehmen, bis sie Kinder in drei Generationen haben?“

Zuvor noch hatte ein thailändischer Regierungssprecher Kritiker zu beschwichtigen versucht. Verachon Sukhonthapatipak sagte, Peking habe zugesichert, dass die Sicherheit der muslimischen Minderheit gewährleistet sei. Die 109 Uiguren seien am Donnerstag von Bangkok aus ausgeflogen worden.

Zusammen mit aus der Türkei stammenden Uiguren hätten sie sich mehr als ein Jahr lang in Thailand aufgehalten. „Wir haben herausgefunden, dass rund 170 von ihnen Türken waren. Also wurden sie (vor wenigen Tagen) in die Türkei geschickt“, sagte er. Rund 100 seien chinesisch gewesen und jetzt wieder dorthin geschickt worden. Er wies unbestätigte Berichte von Aktivisten zurück, die Uiguren hätten sich gegen die Abschiebung gewehrt, einige seien dabei verletzt worden.

Die Uiguren sind eine muslimische Minderheit in China und wohnen im Westen des Landes in der Region Xinjiang. Als Turkvolk sind sie zudem mit der Türkei kulturell verbunden. Sie beklagen, ihre kulturellen und religiösen Werte würden durch den chinesischen Zentralstaat unterdrückt. Zudem hätten sie wirtschaftliche Nachteile.

Die Regierung in Peking sieht in vielen Uiguren dagegen Terroristen mit internationalen Verbindungen. Zuletzt gab es Berichte, nach denen Uiguren den muslimischen Fastenmonat Ramadan nicht in traditioneller Weise begehen durften.

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