Flüchtlinge in Budapest
„Germany! Germany!“

Die Botschaft kam per Lautsprecher: Zeitweise fuhren keine Züge mehr am Budapester Ostbahnhof ein, und es gingen keine mehr heraus. Polizisten räumten die Bahnsteige – während die Flüchtlinge riefen: „Wir wollen weg!“
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BudapestIn Ungarn hat die Polizei wieder durchgegriffen: Angesichts des Flüchtlingsandrangs auf Züge in Richtung Österreich und Deutschland räumte die ungarische Polizei am Dienstag den wichtigsten Bahnhof der Hauptstadt Budapest. Zeitweise kamen keine Züge mehr im Keleti-Bahnhof an oder fuhren ab, hieß es in einer Lautsprecherdurchsage.

Ungarn begründete die Schließung des Ostbahnhofs mit der Umsetzung von EU-Recht. Dieses verlange, dass jeder Bürger aus einem Drittstaat sich nur mit einem gültigen Pass und einem Schengen-Visum frei in der EU bewegen könne, sagt Regierungssprecher Zoltan Kovacs.

Alle Passagiere wurden zum Verlassen des Bahnhofsgebäudes aufgefordert, während hunderte Polizisten die Menschen nach draußen führten. Die Räumung des Bahnhofs erfolgte, während rund 500 Migranten versuchten, in einen Zug nach Wien zu gelangen. Einige Flüchtlinge begannen zu schreien, als sie nach draußen gedrängt wurden, leisteten aber keinen Widerstand.

Hunderte Migranten versammelten sich anschließend vor dem Bahnhof, der von der Polizei abgeriegelt wurde. „Germany! Germany!“, rief die Menge aus vorwiegend jungen Männern vor dem Bahnhof. „Wir wollen weg!“ und „Merkel!“, riefen sie. Erst sich keine Flüchtlinge mehr im Gebäude aufhielten, wurde der Zugverkehr wieder freigegeben.

Allein im August waren 50.000 Flüchtlinge in Ungarn eingetroffen – mehr als 2000 pro Tag. Sie stammten vorwiegend aus Kriegsgebieten wie Syrien, Irak und Afghanistan. Am Montag ließen die Behörden dann tausende Flüchtlinge, die seit Tagen in Budapest in provisorischen Lagern auf die Weiterfahrt warteten, unkontrolliert in Züge nach Österreich und Deutschland steigen. Eigentlich dienen die Bahnsteigkontrollen dazu, um visumpflichtige Reisende ohne gültiges Visum für Österreich oder Deutschland am Besteigen der internationalen Züge zu hindern.

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  • Wir haben meinungsfreiheitsmäßig derzeit den Stand wie von 1933 - 1945 in der BRD und 1948 bis 1989 in der DDR; nur unter anderen Vorzeichen.

  • Die Staatgewalt hierzulande wird diesen Staat bald nicht mehr regieren können.

  • Man kann derzeit jeden Tag eine weitere Seite in Sarranzins Buch umblättern. Das die BRD sich so schnell abschafft, hätte man doch nicht geglaubt.

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