Flüchtlinge in Europa

Christen willkommen, Muslime nicht?

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Schweden: „Wir schaffen einfach nicht mehr“

„Wir schaffen einfach nicht mehr“, klagt ein Beamter beim schwedischen Migrationsverket, der Einwanderungsbehörde. Der Staatsdiener, der anonym bleiben wollte, bearbeitet einen Teil der Asylanträge, die Tag für Tag, Woche für Woche, bei der Behörde eingehen. Der bedrohlich hohe Stapel brauner Aktenordner auf seinem Schreibtisch zeugt von enormer Arbeitsbelastung.

Gemessen an der Bevölkerungszahl nimmt tatsächlich kaum ein Land in Europa mehr Flüchtlinge auf als Schweden. In das skandinavische Land mit seinen rund 9,6 Millionen Einwohnern kamen im vergangenen Jahr 81 000 Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Syrien. 35 500 Anträge, also etwas weniger als die Hälfte, wurden genehmigt.

Im laufenden Jahr, so die Prognose von Migrationsverket, werden es mit etwa 74.000 etwas weniger Menschen sein, die im hohen Norden Asyl beantragen wollen. Der Grund für den überraschenden Rückgang ist die Informationspolitik, aber auch schärfere Grenzkontrollen Schwedens. Seit einiger Zeit wird Aufklärungsarbeit vor Ort geleistet. Das heißt in den Ursprungsländern informieren Vertreter der schwedischen Botschaften über die langen, manchmal jahrelangen Bearbeitungszeiten von Asylanträgen und die Schwierigkeiten, eine Wohnung oder gar einen Job zu finden.

Das hat offenbar viele Menschen abgeschreckt, die lange Reise nach Schweden anzutreten. Ein neues Problem ist allerdings die enorm angestiegene Zahl von Jugendlichen aus Krisengebieten, die ohne ihre Eltern in Schweden ankommen. In diesem Jahr rechnen die Behörden mit rund 12.000 Kindern, die nach Schweden flüchten werden. Bei ihnen ist besondere Betreuung vonnöten. „Die Zahl der Kinder, die ohne ihre Eltern kommen, steigt in ganz Europa. Aber Schweden ist weiterhin eines der Hauptaufnahmeländer“, sagt Anders Danielsson, Chef der Einwanderungsbehörde. „Für viele Kommunen ist das eine besondere Herausforderung. Wir hoffen, dass sich die Gesellschaft mit diesen Kindern solidarisch zeigt“.

Eine möglicherweise falsche Hoffnung, denn Schweden ist dabei, seine bislang recht großzügige Asylpolitik auf den Prüfstand zu stellen. Das hängt mit wachsenden Widerständen in der Bevölkerung gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge zusammen. Bei den Parlamentswahlen im vergangenen Herbst wurden die rechtspopulistischen und ausländerfeindlichen Schwedendemokraten zur drittgrößten politischen Kraft. Mittlerweile ist die Partei bei einer Umfrage erstmals sogar stärkste Kraft geworden. Nach der an diesem Donnerstag veröffentlichten Umfrage von Yougov für die Tageszeitung „Metro“ kam die Partei auf 25,2 Prozent Wählerzustimmung. Für die regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsident Stefan Löfven würden demnach 23,4 Prozent der Schweden stimmen. Die konservative Opposition kam nur auf 21 Prozent.

Die Schwedendemokraten wollen die Einwanderungszahlen um 90 Prozent zu senken. Das kommt bei den Wählern an, denn übervolle Unterkünfte und die fehlende Integration hat zu Spannungen geführt, von denen die Schwedendemokraten profitieren. In den tristen Betonburgen der zumeist von Einwanderern bewohnten Vororte von Stockholm, Malmö und Göteborg kam es im vergangenen Jahr zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und der Polizei. Perspektivlosigkeit und Ghettobildung sind die Probleme, die auch Schweden nicht in den Griff bekommen hat.

Mittlerweile sind deshalb auch andere Parteien auf einen deutlich einwanderungskritischeren Kurs umgeschwenkt, nicht zuletzt deshalb, weil die Fremdenfeindlichkeit auch in Schweden zugenommen hat. In den vergangenen Wochen ist es mehrfach zu Brandanschlägen auf Flüchtlingswohnheime gekommen. Initiativen gegen den Bau von neuen Moscheen haben Zulauf, und immer sind die Schwedendemokraten bei Demonstrationen vorne mit dabei. Selbst rassistische Äußerungen von Parlamentariern der Schwedendemokraten haben den Höhenflug der Partei nicht stoppen können.

Kritik an der bislang generösen Flüchtlingspolitik gab es schon länger, denn ein Konzept für die Eingliederung der Flüchtlinge in die schwedische Gesellschaft fehlt weitestgehend. Die Kommunen, die die Flüchtlinge aufnehmen müssen, beklagen mangelnde Unterstützung seitens des Staates und fühlen sich alleingelassen.
Helmut Steuer, Stockholm

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181 Kommentare zu "Flüchtlinge in Europa: Christen willkommen, Muslime nicht?"

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  • @ Albers

    Kennen Sie die Lösung oder sind Sie bei ".....wissen Sie nicht auch nicht mehr weiter? *G*" mit eingeschlossen?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • An den Slowaken sollten wir uns ein Vorbild nehmen denn wir haben schon zu viele Muslime in Deutschland und Europa welche uns permanent Probleme in allen Lebenslagen bereiten. Von den 800.000 Flüchtlinge welche in diesem Jahr nach Deutschland kommen werden sind doch bestimmt 90% Muslime. Wenn das so weiter geht wird im Bundestag bald anstatt der Bundesadler der türkische Halbmond an der Wand hängen und der Kanzler auf den Koran vereidigt. Mir tun unsere Enkel echt leid als Minderheit im eigenen Lande und als Christen diskrimiert zu werden, das haben sie nicht verdient.

  • @ Albers

    Sie sind aber ganz schön dünnhäutig geworden....

    Dass es, wie bei allen anderen Kommentaren wo ich Sie mal aufgefordert habe diese zu begründen, keine Antwort geben wird war aber von vornherein absehbar.

    Sie haben immer eine andere Ausrede: keine Zeit, keine Lust, kein Interesse usw.

    Ich vermute eher: Sie haben KEINE Argumente

  • ist aus einem Aufsatz von mir von 2007...^^ leider muss immer ein problem erst hochkochen bevor sich was bewegt

  • Da wollen wir mal ein paar fakten in die Debatte einstreuen da wir ja so hochgebildete Teilnehmer haben heute...^^

    Warum sind eigentlich so viele Staaten inzwischen “Failed States”? – Das liegt schlicht und einfach an der Bevölkerungsexplosion dort, die permanent Massen von arbeitslosen jungen Menschen ohne jede Chance auf ein erfülltes Leben schafft. Dieses hoffnungslose Problem ist in den Medien hierzulande natürlich ein absolutes Tabu, weil es nicht in das geliebte linke Klischee von der westlichen Ausbeutung und Diskriminierung der armen Länder passt.

    Wer es nicht glauben will:

    Pakistan 1950: 37,5 Millionen Einwohner – 1970: 59,4 Mio. – 1990: 111,8 Mio. – 2014: 196 Mio. – 2060: vermutlich 400 Mio. Einwohner
    Ägypten: 1950: 21,5 Mio. – 1970: 36,3 Mio. – 1990: 52 Mio. – 2014: 87,2 Mio. – 2060: vermutlich fast 180 Mio. Einwohner
    Jemen 1950: 4,3 Mio. – 1970: 6,1 Mio. – 1990: 11,9 Mio. – 2014: ca. 26 Mio. – 2050: vermutlich mindestens 60 Mio. Einwohner

    Die gleiche demographische Katastrophe findet in Somalia, Südafrika, Äthiopien, Sudan, Nigeria, Nepal, Syrien, Mexiko und vielen anderen armen Staaten statt. Und wenn man sich die einzelnen demographischen Linien (alle steil nach oben) anschaut, erkennt man, dass es keinerlei Trendänderung zum Besseren gibt. Auf der Welt und in Europa (wohin mal Dutzende, ja Hunderte von Millionen Arme drängen werden) wird es sehr bald extrem ungemütlich werden.

  • @ Herr Gerald Gantz

    << ..... insbesondere der geistig fehlgeleitete T. Albers, von mir manchmal Albern genannt. >>

    Glaub ich nicht, dass der geistig fehlgeleitet ist. Er ist schlicht und einfach Auftragschreiber. Noch vor ein paar Wochen nannte er sich "Herr Weißenfels", davor hatte er verschiedene andere Namen. Er ist unverkennbar. Seine Aufgabe ist es, die Diskussion zu zerreden und einzelne Teilnehmer zu demotivieren. Seine Fähigkeiten sind jedoch extrem begrenzt, fast könnte man Mitleid mit ihm haben. Von der Klasse eines "Rechner" aus der Zeit vor der letzten BW ist er meilenweit entfernt.

  • Die Arbeitsagentur ist seit 2012 dazu verpflichtet, gemeldete Erwerbslose auf einen Migrationshintergrund zu befragen, um daraus Schlüsse für die Arbeitsmarktpolitik ziehen zu können

    Mehr als ein Drittel der Arbeitslosen in Deutschland hat ausländische Wurzeln, davon erhalten drei Viertel Hartz IV. zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Überdurchschnittlich oft sind Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland arbeitslos. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit von 2012 hatten fast 36 Prozent der Arbeitslosen ausländische Wurzeln. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lediglich gut 20 Prozent.
    Da Produktionsstätten, die ungelernte Arbeitskräfte für Arbeitsprozesse anlernen und dauerhaft beschäftigen auch künftig vermehrt aus Deutschland abwandern, kann man sich leicht ausrechnen was auf uns noch alles zukommt.

  • Was denn nun? Die Politik sagt D braucht Zuwanderung. Die Industrie verlagert aber die Produktion in Billiglohnländer und Steueroasen. Zusätzlich wird immer mehr Arbeit durch die Computerisierung wegfallen. In ein paar Jahren ist die Pharma- und Gesundheitsindustrie sowei das wir alle über 100 werden. Somit werden wir auch länger arbeiten können. Also Zuwanderung im grossen Stil braucht Europa nun wirklich nicht. Oder ist es das Ziel der Politik das alle Menschen am Ende irgendein Mischmasch aus aller Herren Länder wird. Was wird dann aus Europa? Welch Deutscher, Schweizer oder Österreicher mag noch Kinder kriegen mit dem Wissen das er beim Elternsprechtag eingequetscht zwischen Kopftuch- und Schnurrbartträgern als Exot sitzt. Ich habe mich vor 5 Monaten in D (NRW) operieren lassen. Ich bin dann mal durch die Geburtenstation gegangen und habe mir dort das Geburtenbuch angeschaut. Interessant. Sah aus als gehöre das Buch neben Aladin und die Wunderlampe. Nach gut einem dutzend Seiten habe ich aufgehört zu blättern. Es war kein einziger westeuropäischer Name dabei!

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