Flüchtlinge in Griechenland
Europas verdrängtes Problem

Das Elendslager Idomeni ist Geschichte. Doch das Flüchtlingsdrama in Griechenland geht weiter. Denn es bilden sich neue Lager, in dem die Menschen ausharren. Europa bleibt überfordert – und abhängiger denn je.

Beschaulich, ruhig und idyllisch - Idomeni ist inzwischen wieder das, was es vorher mal war: ein unscheinbares Dorf. Die rund 150 Einwohner gehen wie gewohnt ihren Pflichten nach, Bauern kümmern sich um ihre Felder. Dass hier, an der griechisch-mazedonischen Grenze, bis vor wenigen Tagen knapp 8.000 Flüchtlinge im Matsch ausharrten und auf eine Weiterreise pochten, lässt sich jetzt nur noch erahnen.

Am Montag rollte gar der erste Zug seit dem 21. März über die Grenze in Richtung Mitteleuropa, nachdem die Schienen aus Protest wochenlang blockiert worden waren. Die Flüchtlingszelte und das zurückgelassene Hab und Gut wurden von gelben Bulldozern abgeräumt und anschließend entsorgt.

Als das Elendslager vor Wochenfrist geräumt wurde, hatten Optimisten bereits das Gefühl, Europa habe in der Flüchtlingskrise einen Schritt nach vorn gemacht. Immerhin lief die Räumung an der seit Monaten geschlossenen Grenze weitgehend friedlich ab – keine Selbstverständlichkeit bei den regelmäßigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Migranten in den vergangenen Wochen.

Die dort ausharrenden Menschen wurden in Bussen in die umliegenden Einrichtungen gebracht, einige winkten Reportern und Einheimischen zum Abschied noch einmal lächelnd zu. Alles sehr friedlich. Doch der Schein trügt: Der Norden Griechenlands bleibt ein Symbol für Europas Überforderung.

In den hastig erbauten und mangelhaft ausgestatteten Einrichtungen Umland lebt nur rund die Hälfte der 8.000 Flüchtlinge von Idomeni. Die andere Hälfte zog auf eigene Faust weiter: in Richtung der Hafenstadt Thessaloniki oder in die umliegenden Dörfer in Grenznähe. Ein Überblick:

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