Flüchtlinge in Griechenland
Urlauber reisen seltener nach Lesbos, Samos und Kos

Die griechischen Urlauberinseln in der Ägais fürchten den nächsten Sommer: Wegen des anhaltenden Flüchtlingsstroms sind die Buchungen für die anstehende Saison dramatisch eingebrochen. Die wirtschaftliche Not nimmt zu.

AthenWegen der Flüchtlingskrise verzeichnet die griechische Tourismusbranche einen starken Rückgang der Buchungen sowie einen Anstieg der Stornierungen bereits gebuchter Reisen. Das berichtet die Athener Tageszeitung „Kathimerini“.

Vor allem die Inseln in der östlichen Ägäis, zu denen die Flüchtlinge von der Türkei aus übersetzen, seien betroffen, heißt es. So seien die Buchungen auf Lesbos im Vergleich zum Vorjahr um 90 Prozent eingebrochen; auf Samos betrage der Rückgang 40 Prozent. Wie Anbieter dem Handelsblatt bestätigen, reisen auch immer weniger Touristen auf die Insel Kos.

Daher hätten Fluggesellschaften bereits erste Flugverbindungen gestrichen und Kreuzfahrtschiffe ihre Routen geändert. Nach Handelsblatt-Informationen trägt der Tourismus in Griechenland rund 15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Sein Rückgang könnte das wirtschaftlich schwer angeschlagene Land noch weiter schwächen.

Auch in Deutschland leiden Touristikkonzerne unter dem schweren Buchungseinbruch für Lesbos und Samos. Das bestätigt ein Sprecher des Reiseveranstalters Alltours, hierzulande einer der größten Anbieter von Griechenland-Urlauben.

Für die griechische Insel Kos, die unmittelbar vor der türkischen Küste liegt und täglich von mehreren Hundert Flüchtlingen per Schlauchboot erreicht wird, notiert das Düsseldorfer Unternehmen eine deutlich eingebrochene Nachfrage. Dabei waren die Buchungen Anfang des vergangenen Jahre noch um zweistellige Prozentraten gewachsen.

Alltours-Chef Willi Verhuven hatte betroffenen Hoteliers schon im vergangenen Herbst Hilfen zugesagt, um das Geschäft halbwegs stabilisieren zu können.

Die Situation der Reiseveranstalter in Griechenland ist deutlich zweigeteilt. Während die Inseln unmittelbar vor der türkischen Küste schwer unter dem Strom der Flüchtlinge leiden, erlebt der Rest des Landes einen erneuten Boom.

Viele Urlauber, die der Türkei nach den jüngsten Terroranschlägen den Rücken gekehrt haben, suchen sich derzeit Ziele in Hellas. „Auf Rhodos, Kreta oder dem griechischen Festland laufen die Buchungen derzeit ausgesprochen gut“, sagte ein Alltours-Sprecher.

Mit Material von dpa

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