Flüchtlinge in Ungarn
Auf dem Abstellgleis

Rund 500 Flüchtlinge weigern sich den Zug zu verlassen, der sie in den Westen bringen sollte. Sie wollen sich partout nicht in Ungarn registrieren lassen und drängen auf die Weiterreise nach Deutschland – um jeden Preis.
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BudapestSie haben ihre Botschaft auf die Zugwand gesprüht: „No camp“ steht dort. Kein Lager. Die Flüchtlinge, die im Budapester Ostbahnhof in den Zug gestiegen und Richtung österreichische Grenze gefahren sind, stecken fest. Nahe der Stadt Bicske. Dort sollen sie sich in einem der fünf Flüchtlingszentren des Landes registrieren lassen. Die geltende Dublin-Verordnung besagt, dass Flüchtlinge dort ihr Asylverfahren durchlaufen, wo sie zuerst europäischen Boden betreten.

Doch Ungarn ist wirtschaftlich angeschlagen. Deshalb wollen die rund 500 Flüchtlinge nicht ins Camp, sie wollen weiterreisen nach Deutschland. So weigern sie sich beharrlich, den Zug zu verlassen. Der Chef der Grenzpolizei, Laszlo Balazs, sagte, am Donnerstag seien lediglich 16 Flüchtlinge freiwillig in das Zentrum gegangen.

Die Flüchtlinge waren am Donnerstag in Budapest abgefahren, nachdem die Polizei die Eingänge des Bahnhofs freigegeben hatte. Unerwartet stoppte die Polizei diesen Zug unterwegs in Bicske, 37 Kilometer westlich von Budapest. Sie forderte die Reisenden auf, auszusteigen. 20 Busse standen für ihren Transport in das Flüchtlingslager von Bicske bereit. Auch Dolmetscher waren da.

Doch die Flüchtlinge bleiben hart. Die Polizei brachte Nahrungsmittel und Wasser zu den Waggons, einige der Migranten verweigerten jedoch die Annahme. „No food, no water, until Germany“ hat einer der Flüchtlinge auf einen Zettel geschrieben. Mit dem Hungerstreik will er die Reise nach Deutschland erzwingen.

„Wir wissen nicht, was vorgeht“, sagt der 60 Jahre alte frühere irakische Offizier Ahmed Mahmud. „Die Polizei hat uns gesagt, entweder lassen wir uns die Fingerabdrücke abnehmen oder wir müssen ins Gefängnis.“ Man habe sich die Fingerabdrücke abnehmen lassen, aber trotzdem gehe es nicht weiter, erklärte der Mann, der beide Beine verloren hat und zu seiner Tochter nach Belgien reisen will.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte die Bundesregierung am Donnerstag für die chaotischen Zustände in seinem Land verantwortlich gemacht. Orban sagte, der starke Zustrom an Flüchtlingen sei kein EU-, sondern ein deutsches Problem, weil alle Flüchtlinge nach Deutschland wollten.

Am Freitag warnte Orban erneut vor den Folgen eines wachsenden Flüchtlingszustroms nach Europa. „Und ganz plötzlich sind wir eine Minderheit auf unserem eigenen Kontinent“, sagte Orban in einem Rundfunkinterview. Europa müsse beim Schutz seiner Grenzen Härte demonstrieren. „Derzeit sprechen wir über Hunderttausende Flüchtlinge, aber nächstes Jahr werden wir schon über Millionen sprechen, und es wird kein Ende geben.“

Ungarn werde sich an die Umsetzung der EU-Regeln halten, ergänzte Orban mit Blick auf mehrere Tausend Flüchtlinge, die derzeit in Ungarn auf eine Weiterreise nach Österreich und Deutschland hoffen. Wenn Deutschland Visa für die Flüchtlinge ausstelle, dürften sie auch ausreisen. Allerdings wollten sich viele der Flüchtlinge nicht in Ungarn registrieren lassen und dürften daher nicht weiterreisen.

Das ungarische Parlament will am Freitag über eine größere Militärpräsenz und schärfere Kontrollen an der Grenze zu Serbien abstimmen. Damit würden Schlepper, aber auch Migranten abgeschreckt werden, sagte Ministerpräsident Orban. Er will sich vom Parlament die Entsendung von 3500 Soldaten an die Grenze zu Serbien absegnen lassen. Auch eine Reihe anderer Maßnahmen wie Fingerabdrücke, Fotos und Screening aller Menschen, die nach Ungarn einreisen, sollen die Parlamentarier gutheißen.

Die Flüchtlingsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, ermahnte die ungarische Regierung, Flüchtlinge nicht wieder tatenlos Richtung Deutschland durchreisen zu lassen. „Wir erwarten, dass Ungarn die Flüchtlinge im eigenen Land registriert und entsprechend der europäischen Standards behandelt. Dabei können wir durchaus auch Hilfe leisten“, sagte die SPD-Politikerin der „Nordwest-Zeitung“. Das eigentliche Problem sei, dass die Bedingungen für Flüchtlinge in manchen EU-Staaten so schlimm seien, dass die Migranten alles versuchen, um dort wegzukommen.

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  • @ Herr Udo Loebb

    >> Bis die restlichen 11 Mio Syrer auch aus den Lagern aufbrechen. >>

    Was glauben Sie, warum die meisten Flüchtlinge keine Pässe haben ( verloren, vergessen, nie gehabt ) ?

    Ja weil sie alle Syrer sein wollen !

    Sprich aus den 11 Mio. Syrer werden es locker 111 Mio. Syrer !

    Und Syrer zu sein bedeutet ja "Freibrief" ins Soziale Netz ! Ohne Verfahren, Ohne Gutachten....alleine das Wort "Syrer" ist hier von Bedeutung !

    Und die Grüninnen warten schon sehnsüchtig......auf die Syrer ! Jung, braun, dynamisch, mit einem GROSSEN ( Enthusiasmus ) natürlich !

  • Wahrscheinlich zu sachlich...

  • Glauben Sie wirklich, daß es in 30 Jahren hier wirklich noch ein Oktoberfest gibt? Bis dahin wurde auf dem Gelände wohl eher eine riesige Moschee gebaut.

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