Flüchtlingsdrama in Griechenland
„Die Dschihadisten von morgen“

Während sich in der Ägäis die Lage entspannt, wachsen in Athen die Sorgen über die Migranten, die auf dem griechischen Festland steckengeblieben sind. Vor allem in Idomeni ist die Lage explosiv.

AthenLicht und Schatten im Flüchtlingsdrama in Griechenland: Im Osten, in der Ägäis, kommen immer weniger Migranten aus der Türkei an. Dafür steigen die Spannungen im wilden Flüchtlingslager Idomeni an der mazedonischen Grenze. Es stehe „auf Messers Schneide“, sagt der Bürgermeister der Region, Christos Goudenoudis.
Der Minister für Bürgerschutz, Nikos Toskas, warnt vor einer Radikalisierung wütender Migranten. Die Leute, die man heute schlage, „könnten die Dschihadisten von morgen“ sein, sagte er im Nachrichtensender Skai. Der Umgang mit den Protestierenden müsse gut überlegt sein. Islamische Extremisten könnten unter den verzweifelten Menschen Mitkämpfer rekrutieren.

Am Sonntag hatten Migranten versucht, gewaltsam den mazedonischen Grenzzaun zu überwinden, um sich den Weg nach Mitteleuropa freizukämpfen. Sie zerstörten einen Teil des Zauns und schleuderten Steine auf die mazedonischen Sicherheitskräfte. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein.
Bei den Auseinandersetzungen seien mindestens 300 Migranten und 23 mazedonische Polizisten verletzt worden, teilten Behörden und humanitäre Organisationen mit. „Wir haben auch drei Kinder behandelt, die durch Gummigeschosse verletzt waren“, sagte im griechischen Staatsfernsehen (ERT) der Sprecher der Organisation Ärzte ohne Grenzen, Apostolos Weisis.

Die Zwischenfälle von Idomeni nähren auch die Spannungen zwischen Skopje und Athen: Der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos kritisierte das Vorgehen der mazedonischen Polizei gegen Migranten scharf. Die Vorfälle am Sonntag am griechisch-mazedonischen Grenzzaun seien unvorstellbar und unzulässig, sagte er am Montag in Athen bei einer Pressekonferenz, wie der Fernsehsender Skai berichtete. „Mit solchem Verhalten gegen Flüchtlinge hat das Nachbarland weder Platz in der EU, noch in der Nato“, so Pavlopoulos.

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Angespannte Lage in Idomeni

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