Flüchtlingsgipfel in New York
Obama spart nicht mit Lob für Deutschland

Rund 50 Länder haben sich zu mehr Hilfe für Flüchtlinge verpflichtet. US-Präsident Barack Obama dankte Deutschland und Kanada – und einem Land, das viele Europäer in puncto Flüchtlingshilfe nicht auf dem Zettel haben.

New YorkUS-Präsident Barack Obama hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihren Einsatz bei der syrischen Flüchtlingskrise gedankt. „Ich möchte Kanzlerin Merkel und (Kanadas) Premierminister (Justin) Trudeau und den Völkern dieser beiden Länder persönlich danken“, sagte Obama zum Auftakt des von den USA veranstalteten Flüchtlingsgipfels in New York.

Beide Länder hätten ihr Äußerstes gegeben, um Flüchtlingen zu helfen und sie zu unterstützen. Auch Schweden, Jordanien sowie Mexiko, wo nach UN-Angaben dieses Jahr bis zu 400.000 Flüchtlinge vor allem aus Zentral- und Südamerika erwartet werden, hätten viel geleistet.

Wie im Kampf gegen Nazi-Deutschland werde es schwere Konsequenzen haben, wenn die Weltgemeinschaft die Flüchtlingskrise nicht gemeinsam anpacke, sagte Obama. „Die Geschichte wird uns streng beurteilen, wenn wir diesen Moment nicht wahrnehmen.“

Flüchtlinge sollten nicht als Last angesehen werden, sondern könnten ihre jeweiligen Aufnahmeländer bereichern und stärker machen. Auch die USA seien einst von Flüchtlingen und Migranten aufgebaut worden. „Dieser Gipfel muss der Beginn einer neuen, weltweiten Bewegung sein“, sagte Obama.

Die teilnehmenden Länder verpflichteten sich bei dem Gipfel, sich mehr für Flüchtlinge zu engagieren – mit Geld, Aufnahmen sowie Zugang zu Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten. Nach Obamas Angaben machten sie Zusagen zur Aufnahme von mehr als 360.000 Flüchtlingen, und gemeinsam würden die rund 50 Länder ihre Anstrengungen in diesem Jahr „verdoppeln“. Von den Geldern sollen unter anderem der Schulbesuch für eine Million Kinder sowie ein besserer Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht werden.

Insgesamt haben die teilnehmenden Länder nach Angaben des Weißen Hauses damit in diesem Jahr schon mehr als 4,5 Milliarden Dollar mehr als im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt. Der italienische Regierungschef Matteo Renzi sprach von einem „historischen Moment für Italien und Europa“.

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