Flüchtlingshilfe aufgestockt
Neue Gräueltaten aus Darfur gemeldet

Die Afrikanische Union (AU) hat neue Gräueltaten aus der sudanesischen Krisenregion Darfur gemeldet. Bei einem Überfall auf ein Dorf seien die Einwohner in Reihen aufgestellt und bei lebendigem Leib angezündet worden.

HB ADDIS ABEBA/NAIROBI. Unter dem Eindruck der dramatischen Lage in dem afrikanischen Land stockte die Bundesregierung in Berlin in einer Sofortmaßnahme die Hilfe für die vom Bürgerkrieg betroffenen Flüchtlinge um 20 Millionen Euro auf.

Deutschland und die USA verstärkten ihren Druck auf die Regierung in Khartum, die marodierenden Reitermilizen in Darfur zu entwaffnen. Die USA brachten ihren jüngsten Entwurf für eine UN-Resolution zu der Krise offiziell im Weltsicherheitsrat ein.

AU-Militärbeobachter vor Ort in der Krisenregion sprachen in einem am Mittwoch bekannt gewordenen Bericht von einem „nicht-provozierten Angriff auf die Zivilbevölkerung“. Die Militärbeobachter hätten jedoch keine Belege, dass Soldaten der sudanesischen Armee an diesem Angriff beteiligt gewesen seien. Das Dorf sei nach dem Angriff Anfang Juli vollkommen ausgebrannt und verlassen gewesen.

Die Bundesregierung sieht die Entwicklung in Darfur nach Angaben von Regierungssprecher Steg mit großer Sorge. Die rot-grüne Bundesregierung bringe eine Flüchtlingshilfe für Sudan von insgesamt 32,5 Millionen Euro auf. Zusätzlich werde die Beobachtermission der AU mit einer Million Euro unterstützt. Außenminister Joschka Fischer sagte dem Fernsehsender n-tv, die Regierung in Khartum dürfe nicht aus der Verantwortung entlassen werden.

Die USA brachten am Dienstagabend ihren jüngsten Entwurf für eine UN-Resolution zu der Krise in Darfur offiziell im Weltsicherheitsrat ein. Darin wird Sudan mit Sanktionen nach einer 30-Tage-Frist gedroht. Washington dringt darauf, die Resolution am Donnerstag oder Freitag zu verabschieden.

Nach UN-Schätzungen sind in der westsudanesischen Provinz zwischen 30  000 und 50 000 Menschen durch die Milizen getötet worden. Außerdem wurden seit Ausbruch einer bewaffneten Rebellion im Februar vergangenen Jahres mehr als 1,2 Millionen Menschen vertrieben. Der Zustrom von Flüchtlingen aus Darfur habe das Nachbarland Tschad in eine Notsituation gebracht, sagte der tschadische Präsident Idriss Deby dem britischen Sender BBC.

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