Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer: Reeder und Verbände fordern bessere Flüchtlingshilfe

Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer
Reeder und Verbände fordern bessere Flüchtlingshilfe

Die Flüchtlingswelle aus Afrika ist eine der größten Herausforderungen für die EU. Viele Menschen in Not werden auf dem Mittelmeer von Handelsschiffen aufgenommen. Die Unternehmen wollen die Aufgabe nicht mehr schultern.
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BrüsselReeder und Seemannsgewerkschaften haben an die Mitgliedsländer der EU appelliert, die humanitäre Krise der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer zu lösen. Ohne zusätzliche Mittel für Rettungsaktionen sei der Verlust von tausenden Leben zu befürchten, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der europäischen und der Weltverbände von Reedern und Gewerkschaften an die 28 EU-Regierungen. Die Staaten müssten die finanzielle Last teilen.

Im vergangenen Jahr hätten Handelsschiffe im Mittelmeer rund 40.000 Menschen gerettet, zum Teil 500 bei einer einzigen Aktion, heißt es in einer Mitteilung, die am Donnerstag in Brüssel und London verbreitet wurde. „Die Schifffahrtsindustrie akzeptiert ihre gesetzliche Verpflichtung, jeden aus Seenot zu retten“, heißt es darin.

„Aber es ist nicht akzeptabel, dass sich die internationale Gemeinschaft zunehmend darauf verlässt, dass Handelsschiffe mehr und mehr Rettungsaktionen von großem Umfang unternehmen.“ Wenn ein einziges Schiff 500 Flüchtlinge aufnehme, dann entstünden daraus ernsthafte Risiken für Gesundheit und Sicherheit der Seeleute, die auf solche Situationen nicht vorbereitet seien.

Die Marinen und Küstenwachen der EU-Mittelmeeranrainer hätten eindrucksvolle Anstrengungen unternommen, um auf die Situation zu reagieren. Dennoch drohe die Lage außer Kontrolle zu geraten, wenn die EU-Staaten nicht zusätzliche Mittel für Rettungsaktionen bereitstellten. Das Thema gehöre dringend auf die Tagesordnung des Europäischen Rates und der EU-Minister. Im vergangenen Jahr starben rund 3500 Menschen bei dem Versuch, mit nicht seetüchtigen Schiffen Europa zu erreichen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • „Die Schifffahrtsindustrie akzeptiert ihre gesetzliche Verpflichtung, jeden aus Seenot zu retten“

    Mal ein sinnvolles Gesetz. So weit, so gut.

    „Aber es ist nicht akzeptabel, dass sich die internationale Gemeinschaft zunehmend darauf verlässt, dass Handelsschiffe mehr und mehr Rettungsaktionen von großem Umfang unternehmen.“

    Manchmal frag‘ ich mich wirklich, wozu wir das Gros unserer Politiker samt des ganzen sklerotischen Politikbetriebs überhaupt brauchen.
    Läuft doch überall meist TROTZ denen, nicht WEGEN.

    Wenn ein Großteil der Politikerkaste schon die meiste Zeit mit Streiten und Sich-gegenseitig-Papier-zuschieben totschlägt - und ganz nebenbei auch noch zynisch die unterschiedlichsten Menschen gegeneinander ausspielt, um sie als Manövriermasse für eigene Zwecke instrumentalisieren zu können (um bei „ihrer“ Wählerschaft zu punkten, sprich: Macht und Pfründe zu „sichern“) - sollen sie die Anstrengungen anderer bitteschön nicht auch noch behindern.

    Oder am besten gleich ganz verschwinden, und die Bevölkerung in Ruhe selber machen lassen.

  • „Die Schifffahrtsindustrie akzeptiert ihre gesetzliche Verpflichtung, jeden aus Seenot zu retten“Mal ein sinnvolles Gesetz. So weit, so gut.„Aber es ist nicht akzeptabel, dass sich die internationale Gemeinschaft zunehmend darauf verlässt, dass Handelsschiffe mehr und mehr Rettungsaktionen von großem Umfang unternehmen.“

    Manchmal frag‘ ich mich wirklich, wozu wir das Gros unserer Politiker samt des ganzen sklerotischen Politikbetriebs überhaupt brauchen.
    Läuft doch überall meist TROTZ denen, nicht WEGEN.

    Wenn ein Großteil der Politikerkaste schon die meiste Zeit mit Streiten und Sich-gegenseitig-Papier-zuschieben totschlägt - und ganz nebenbei auch noch zynisch die unterschiedlichsten Menschen gegeneinander ausspielt, um sie als Manövriermasse für eigene Zwecke instrumentalisieren zu können (um bei „ihrer“ Wählerschaft zu punkten, sprich: Macht und Pfründe zu „sichern“) - sollen sie die Anstrengungen anderer bitteschön nicht auch noch behindern.

    Oder am besten gleich ganz verschwinden, und die Bevölkerung in Ruhe selber machen lassen.

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