Flüchtlingskrise
Faymann lehnt Grenzschließungen ab

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann mahnt, Flüchtlinge und Terrorbekämpfung voneinander zu trennen. Er tritt aber für mehr Grenzkontrollen ein. Und findet die Zusammenarbeit mit der Türkei mühsam.

BerlinDer österreichische Bundeskanzler Werner Faymann hat sich in der Flüchtlingskrise gegen die Schließung von Grenzen ausgesprochen. „Das wäre das Ende von Schengen und der europäischen Idee“, sagte er am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin kurz vor einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin.

„Wir können weder an der österreichischen noch an der deutschen Grenze das Problem lösen“, betonte Faymann. „Wir können kontrollieren, wir können gewisse Ordnung schaffen, aber wir können nicht dafür sorgen, dass niemand mehr flüchten muss.“

Das sei nur durch ein Ende der Gewalt in Syrien, eine Verbesserung der Lage der Flüchtlinge in der Türkei und Maßnahmen in Griechenland möglich. Dafür müsse Europa auch mit der Türkei zusammenarbeiten. Die Verhandlungen mit der Regierung in Ankara seien eingeleitet, aber „die Türkei ist kein einfacher Partner für solche Gespräche“, räumte Faymann ein.

Österreichs Bundeskanzler sprach sich für intensivere Kontrollen an den Grenzen aus, für die auch der Bau von Sperranlagen notwendig sei. Dabei gehe es aber nicht darum, Flüchtlinge auszusperren, sondern darum zu wissen, wer komme.

Bei dem Treffen zwischen Merkel und Faymann im Berliner Kanzleramt wollen die beiden Regierungschefs das weitere europäische Vorgehen in der Flüchtlingskrise erörtern. „Mir ist wichtig, dass man Flüchtlinge und Terrorbekämpfung nicht vermischt“, sagte Faymann in der ARD. „Flüchtlinge flüchten auch vor Terroristen.“

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Faymann lehnt Grenzschließungen ab

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Die beiden Politiker trafen sich bereits im September

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