Flüchtlingskrise
Griechenland gegen gemeinsame Grenzpatrouillen mit Türkei

Türkische und griechische Soldaten, die die gemeinsame Grenze im Mittelmeer schützen? Für Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias ein absurder Vorschlag. Er will zwar Patrouillen – doch nur auf türkischer Seite.

AthenGriechenland lehnt in der Flüchtlingskrise gemeinsame Grenzpatrouillen mit der Türkei im Mittelmeer ab. „Es wäre besser, wenn man an den türkischen Grenzen patrouillieren würde“, sagte der griechische Außenminister Nikos Kotzias nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag in Athen. Er verwies darauf, dass einige griechische Inseln nur ein wenige Kilometer vom türkischen Festland entfernt sind. Dort gebe es keine internationalen Gewässer, wo gemeinsame Patrouillen sinnvoll seien. Die griechische Küstenwache arbeite gut und habe bereits 78.000 Flüchtlinge aus dem Wasser geholt. Hintergrund der Äußerungen ist, dass der Grenzverlauf zwischen Griechenland und der Türkei in der Ägäis umstritten ist.

Abgesehen davon wäre es ohnehin logischer, Aufnahmestellen jenseits des Mittelmeeres zu schaffen und dort zu prüfen, wer einen Anspruch auf Asyl in Europa habe, betonte Kotzias. Dann würden sich viele Menschen nicht mehr auf die gefährliche Überfahrt begeben. Griechenland könne Hunderttausende Menschen auf dem Weg in wohlhabendere EU-Staaten nicht aufhalten. Die Flüchtlingsströme seien wie eine Naturkatastrophe.

Steinmeier warb für den Aufbau einer europäischen Grenzschutzbehörde, bei der auch Nachbarstaaten wie die Türkei oder afrikanische Länder eine Rolle spielen könnten. Die Türkei sei ein Schlüsselland bei der Bewältigung der Krise. „Deshalb rate ich uns schlicht und einfach, realistisch zu bleiben: Wir brauchen Vereinbarungen mit der Türkei.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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