Flüchtlingskrise
Humanitärer Weltgipfel in Istanbul

Uno-Generalsekretär Ban fordert mehr Hilfe für Notleidende. Noch nie hätten so viele Menschen Hilfe zum Überleben gebraucht, beklagt er auf einem Uno-Gipfel in Istanbul. Welche Vorschläge die Bundeskanzlerin macht.

BerlinAngesichts der größten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon die Weltgemeinschaft zu mehr Einsatz für notleidende Menschen aufgerufen. Es gebe heute eine Rekordzahl an Menschen, die Hilfe zum Überleben bräuchten, sagte Ban am Montag zum Auftakt des zweitägigen ersten Uno-Weltnothilfegipfels in Istanbul. „Alle hier haben die Macht, die nötigen Veränderungen zu erreichen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangte eine strikte Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Es sei eigentlich eine Katastrophe, dass darüber gesprochen werden müsse, beklagte sie auf dem Gipfeltreffen. Vor allem kritisierte sie, dass im Bürgerkriegsland Syrien und anderswo systematisch Klinken bombardiert und Ärzte getötet werden.

Merkel forderte einen globalen Konsens für eine bessere Verzahnung der Nothilfe in Krisengebieten. „Wir dürfen nicht von Katastrophe zu Katastrophe arbeiten“, sagte sie. Nötig sei ein globales System reibungsloser und ineinander greifender internationaler Hilfe.

Bei dem humanitären Weltgipfel geht es darum, die oft unzureichende Versorgung notleidender Menschen in Krisengebieten zu verbessern. Mit dem Treffen reagieren die Uno auf die weltweit stark gestiegene Zahl von Krisen und und Menschen in Not. Insgesamt nehmen rund 6000 Vertreter von Staaten und internationalen Organisationen teil, darunter mehr als 60 Staats- und Regierungschefs.

Die Welt erlebt derzeit nach Uno-Angaben die schlimmsten humanitäre Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Demnach brauchen weltweit 125 Millionen Menschen Hilfe, 60 Millionen sind auf der Flucht - die größte Zahl seit rund 70 Jahren.

Oft reicht das Geld nicht aus, um Notleidende mit dem Nötigsten zu versorgen. Die UN rechnen in diesem Jahr mit einem Finanzbedarf von 20 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro).

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