Flüchtlingskrise in Europa
Die Zäune wirken – aber nicht für alle

Über den Balkan kommen weniger Flüchtlinge nach Europa. Grund ist die restriktive Migrationspolitik der osteuropäischen Länder. Das könnte weitere Grenzzäune überflüssig machen. Doch andernorts verschärft sich die Lage.
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WienDie erschwerte Einreise von Flüchtlingen aus Nicht-Kriegsstaaten auf dem Balkan zeigt Wirkung. Von Griechenland über Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien gelangen weniger Migranten nach Österreich und Deutschland. In den vergangenen sieben Tagen schafften es nur noch nur zwischen 1742 bis 4274 Migranten, nach Slowenien einzureisen. Zu den Spitzenzeiten im Oktober waren es täglich bis zu 12.000 Flüchtlinge. Das geht aus einer Statistik der slowenischen Regierung hervor.

Slowenien hatte vor rund zwei Wochen einen Dominoeffekt ausgelöst. Das kleine Balkanland begann Ende damit, Migranten an seiner Grenze abzuweisen, die geringe Aussichten auf Asyl haben. Kroatien, Serbien und Mazedonien folgten – die Folge ist ein Rückstau Tausender Menschen bis nach Griechenland. Mittlerweile errichtet Mazedonien einen Zaun an der Grenze zu Griechenland, um den illegalen Grenzübertritt zu verhindern. Er ist bereits acht Kilometer lang und soll in der Endausbauphase 40 Kilometer umfassen.

Die Anti-Flüchtlings-Politik auf dem Balkan hat unmittelbare Folgen für Österreich und Deutschland. Nachdem der österreichische Übergang Nickelsdorf an der Grenze zu Ungarn bereits seit Wochen verwaist ist, droht Spielfeld, der Grenzübergang zu Slowenien, offenbar ein ähnliches Schicksal. Vorbei sind die Zeiten, als sich Tausende drängten, um in die Alpenrepublik zu gelangen. Der in Österreich heftig umstrittene Bau eines Grenzzauns im steirischen Grenzort Spielfeld erweist sich möglicherweise als überflüssig.

Die österreichische Regierung spricht ungern von einem Zaun zum Nachbarn Slowenien, sondern lieber von einem „Leitsystem“. Dabei handelt es sich um eine 3,7 Kilometer lange Grenzsperre, deren Kosten von den Wiener Verantwortlichen mit bis zu zehn Millionen Euro beziffert werden. Mit dem Bau wurde bereits begonnen. Nach Angaben der österreichischen Polizei sind bereits Bagger und eine Planierraupe im Einsatz. Ende des Jahres soll das Grenzbauwerk fertig sein.

Bei Hilfsorganisationen stößt der Zaunbau der Österreicher auf scharfe Kritik. „Der Zaun, der jetzt an der Grenze zu Slowenien gebaut werden soll, ist ein schreckliches Symbol und ein Signal der eigenen Hilflosigkeit unserer Regierung“, rügt der österreichische Diakonie-Direktor Michael Chalupka. Wichtiger sei, alle Energie in die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge zu stecken.

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„Wir sind Menschen und keine Tiere“

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  • Es wird in diesen Tagen auch sehr viel über die Notwendigkeit von Grenzen 
    geschrieben. Das ist ein Alarmzeichen. Wenn das Selbstverständliche 
    betont werden muss, befindet sich die Gesellschaft bereits im Zustand 
    der Auflösung. Grenzen sind nicht das Gegenteil von Freiheit, sie sind 
    deren Voraussetzung." HenryK M. Broder am 4.11.2015

    Es stimmt vieles nicht mehr in unserem Land ! Meistens gewollt durch Einluß d. kranken Lobbyismus oder durch Unvermögen, wo die Lobby-Gruppen freudig dieses zur Kenntnis nehmen und ausnutzen !

    Die Fehlentwicklungen sind seit längerem in vielen Bereiche sichtbar und unsere "Volksvertreter" ignorieren seriöse Kritiker aus allen Richtungen !
    Die Medien (nicht alle aber zu viele) berichten nicht mehr neutral und kritisch und das ist befremdlich ! Das kommt davon, wenn wenige Medien-Familien in Deutschland als EIGENTÜMER die Meinungsrichtung diktieren !

    > Die welt wird nicht bedroht von Menschen, die Böse sind, sondern von Menschen die das Böse zulassen < Albert Einstein

  • Nachdem der österreichische Übergang Nickelsdorf an der Grenze zu Ungarn bereits seit Wochen verwaist ist, droht Spielfeld, der Grenzübergang zu Slowenien, offenbar ein ähnliches Schicksal. Vorbei sind die Zeiten, als sich Tausende drängten, um in die Alpenrepublik zu gelangen.

    Das darf doch nicht wahr sein, der Strom von illegalen Einwanderern versiegt, na das muss doch verhindert werden. Diese bösen osteuropäischen Balkan Staaten. *Ironie off
    Diesen Satz haben sehr viele Menschen seit Wochen erhofft, anscheinend das HB nicht. Also da glaub ich inzwischen eher dem Orban, der eine Verschwörung wittert

  • @ Herr Marc Hofmann

    >> Aber Merkel hält weiter an der unbegrenzten Einwanderung fest >>

    Wenn nur noch gelogen wird
    Wenn die Moral verschwindet
    Wenn Ärzte und Grundschullehrer Wirtschaftsminister werden
    Wenn Familienmütterchen zu Verteidigungsministern aufsteigen
    Wenn Kommunisten zu Deutschen Kanzlern ausgerufen werden
    Wenn Umweltschutz Mensch und Umwelt gefährdet
    Wenn zum Abzocken des Volkes eine Energiewende erfunden wird
    Wenn Minderheiten die Masse beherrschen
    Wenn immer mehr Geld veruntreut wird
    Wenn Marktwirtschaft verteufelt wird
    Wenn wir ein Einparteiensystem durch Koalitionen haben
    Wenn die Parlamentarier zu Abnickern degradieren
    Wenn Managementqualifikationen durch Quoten ersetzt werden
    Wenn Wohlstand zerstört wird
    Wenn die Staatsschulden das 7-fache des Bundeshaushaltes ausmachen
    Wenn in KiTas mit Dildos gespielt wird
    Wenn wenige Deppen die Mehrheit scheuchen
    Wenn Sozialismus befohlen wird
    Wenn der Neid die Ursache ist
    Wenn Gruppen das eigene Volk verachten
    Wenn wir im Asyl ersticken
    Wenn die Katastrophe mutwillig herbeigeführt wird
    Wenn die eigenen Armen vergessen werden
    Wenn Vollzeitjobs in prekäre Verhältnisse umgewandelt werden
    Wenn die Arbeitslosenstatistik permanent gefälscht wird
    Wenn Absolventen in unbezahlte Praktika gesteckt werden
    Wenn man ältere auf die Straße setzt und aus Statistiken herausnimmt
    Wenn Gutmenschentum die Logik verdrängt
    Wenn überhebliche Moral blind macht für Gefahr
    Wenn geschichtliche Schuld wichtiger ist als das Jetzt
    Wenn die Lügenpresse zum Maßstab wird und Zensur herrscht
    Wenn Kriege aus dem Bauchgefühl angezettelt werden
    Wenn das eigene Volk der Politik egal ist

    Dann ist das nicht meine Kanzlerin !

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