Flüchtlingskrise: Jordanien schließt Grenze für syrische Flüchtlinge

Flüchtlingskrise
Jordanien schließt Grenze für syrische Flüchtlinge

Noch eine offene Flanke in der Flüchtlingskrise: Jordanien blockiert die Grenze die Kriegsflüchtlinge aus dem Nachbarland – aus Angst vor IS-Kämpfern und weil Gelder fehlen. Deutschland hat eine ganz eigne Antwort.

Amman, DüsseldorfTausende Hilfesuchende sind gestrandet in den kargen Bergen des Grenzgebiets zwischen Jordanien und Syrien – und es werden mehr von Tag zu Tag. Das Königreich erlaubt nur einem Dutzend Flüchtlinge aus Syrien und ihnen nur noch im Notfall, die Grenze zu passieren. 17.000 Menschen sollen nach Angaben von Jordanien und Hilfsorganisationen mittlerweile im Niemandsland zwischen den beiden Staaten campieren.

Ihre Zahl wächst weiter, mit jedem Tag, den der Krieg in Syrien andauert. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk warnt vor der sich verschlechternden Lage der Schutzsuchenden. So gebe es etwa nicht genügend angemessene Notunterkünfte.

Als Grund für die Grenzschließung gibt Jordanien Sicherheitsbedenken an. Denn einige der Flüchtlinge kommen aus Gebieten, die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrolliert werden. Am Sonntag hatte der jordanische Regierungssprecher Mohammed Momani erklärt, sein Land gehe davon aus, dass IS-Unterstützer unter den Flüchtlingen seien. Die Sicherheit habe für Jordanien daher Priorität. Seine Äußerung wurde als Zeichen gewertet, dass eine Änderung der aktuellen jordanischen Asylpolitik unwahrscheinlich ist.

Zudem wies Jordanien auf die massiven Kosten durch die Flüchtlinge hin. Nach der Türkei und dem Libanon hat Jordanien mit rund 633.000 registrierten Flüchtlingen die größte Zahl an Syrern aufgenommen, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind. Amman selbst spricht insgesamt von 1,4 Millionen.

Mehr als vier Millionen Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflohen, der Großteil lebt unter zunehmend harten Bedingungen in Nachbarländern wie Jordanien und dem Libanon. Hunderttausende sind nach Europa gekommen – oft mit Hilfe von Schmugglern, die sie auf gefährliche Reisen über das Mittelmeer und die Balkanroute schicken.

„Wir hoffen, dass die Welt einen Schritt weiter geht und die Länder unterstützt, die in dieser Krise Zuflucht gewähren“, sagte Regierungssprecher Momani. Gleichwohl betonte Momani, dass Helfern Zugang zu dem betroffenen Grenzgebiet gewährt werde. Auch sei Jordanien bereit, die Flüchtlinge in jedes aufnahmewillige Land auszufliegen.

Andrew Harper, UNHCR-Chef in Jordanien, sagte indes, das Flüchtlingshilfswerk versuche zwar auf Sicherheitsbedenken Ammans Rücksicht zu nehmen. Doch „werden wir kein Lager in einer unsicheren Umgebung“ an der Grenze aufbauen, betonte er.

Seite 1:

Jordanien schließt Grenze für syrische Flüchtlinge

Seite 2:

Bei der Umsiedlung „müssen wir viel ambitionierter werden“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%