Flüchtlingskrise: Merkel lehnt Schließung der griechisch-mazedonischen Grenze ab

Flüchtlingskrise
Merkel lehnt Schließung der griechisch-mazedonischen Grenze ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt die Schließung der griechisch-mazedonischen Grenze ab. Aus ihrer Sicht wäre dies „eine schwerwiegende Rückentwicklung der Europäischen Union.“

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen eine Grenzschließung zwischen Mazedonien und Griechenland in der Flüchtlingskrise ausgesprochen. „Die für die Flüchtlingsbewegung entscheidende Schengen-Außengrenze liegt zwischen der Türkei und Griechenland“, sagte Merkel in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“.

„Einfach in Mazedonien, das gar kein EU-Mitglied ist, einen Schutzzaun zu bauen, ohne uns darum zu kümmern, in welche Notlage das Griechenland brächte, das wäre nicht nur kein europäisches Verhalten, sondern löste auch unsere Probleme nicht.“ Die Länder der Visegrad-Gruppe (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) hatten sich am Montag in Prag getroffen, um Hilfe für den Schutz der mazedonisch-griechischen Grenze zu verabreden.

Es stimme zwar, dass Griechenland seinen Verpflichtungen zum Schutz der EU-Außengrenzen nicht ausreichend nachkomme, räumte Merkel ein. Aber der bessere Weg sei, dem Land zu helfen. Die Idee eines Mini-Schengens als Alternative zum jetzigen passfreien Raum lehnte sie ab. „Das wäre eine schwerwiegende Rückentwicklung der Europäischen Union. Wir sollten den Anspruch haben, damit anders fertig zu werden.“

Wenige Tage vor dem EU-Gipfel in Brüssel betonte sie, dass sie auch danach an der Politik festhalten wolle, die Zahl der Flüchtlinge vor allem durch die Bekämpfung der Fluchtursachen zu verringern.

„Ich sehe keinen Grund, die grundsätzliche Herangehensweise zu ändern“, betonte die CDU-Politikerin. Merkel äußerte Verständnis dafür, dass etliche EU-Regierungschefs bei der Aufnahme von Flüchtlingen noch zurückhaltend seien, weil sie nicht wüssten, wie viele Flüchtlinge noch illegal in die EU kämen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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