Flüchtlingskrise
Österreich führt ein „Asyl auf Zeit“ ein

Die Zahl der Asylanträge in Österreich steigt ähnlich wie in Deutschland rapide. Die Regierung in Wien reagiert nun mit strengeren Aufenthaltsbestimmungen. Künftig wird das Land nur noch „Asyl auf Zeit“ gewähren.

WienMit strengeren Aufenthaltsbestimmungen reagiert die österreichische Regierung auf den anhaltenden Flüchtlingsstrom. Künftig werde generell nur noch für eine Frist von drei Jahren Schutz gewährt – danach laufe das Aufenthaltsrecht automatisch aus. Dann wird geprüft, ob die Schutzgründe weiter bestünden. Die Alpenrepublik nähert damit ihre Asylbestimmungen an deutsches Recht an.

Bislang wurde Asylberechtigten in Österreich grundsätzlich ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht gewährt. Wenn keine Asylgründe mehr vorlagen, etwa Verfolgung in den Herkunftsländern, konnte der Asylstatus theoretisch wieder aberkannt werden. Dies wurde jedoch nicht systematisch überprüft.

„Wir wollen jenen Menschen Schutz geben, die ihn brauchen“, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). „Was derzeit stattfindet, ist aber oft keine Schutzsuche mehr, sondern die Suche nach dem wirtschaftlich attraktivsten Land.“ Das Asylrecht müsse zeitlich befristeten Schutz gewähren.

In Deutschland bekommt, wer als Flüchtling anerkannt wird, ebenfalls zunächst für drei Jahre eine Aufenthaltserlaubnis. Wird die nach Ablauf der Frist nicht widerrufen, kann danach eine unbefristete Niederlassungserlaubnis folgen. In Österreich wird nun zudem der Familiennachzug an verschiedene Voraussetzungen gekoppelt. Dazu gehören ein ausreichendes Einkommen, eine Unterkunft und eine Krankenversicherung. Österreich ist als Transit- und Asylland von der Flüchtlingskrise ähnlich stark betroffen wie Deutschland. Für 2015 erwartet die Regierung in Wien insgesamt etwa 85 000 Asylanträge. Im Jahr 2014 waren es 28 000. Die Alpenrepublik hat etwa 8,4 Millionen Einwohner.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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