Flüchtlingspolitik
EU-Kommission will Türkei mit Geld locken

Geld gegen Grenzschutz – so könnte ein Deal der EU mit der Türkei in der Flüchtlingskrise aussehen. Zudem soll das Land die Situation von Migranten verbessern. Ein Vorschlag liegt auf dem Tisch. Nun wird verhandelt.

BrüsselIn der Flüchtlingskrise hat die EU-Kommission der Türkei erneut Finanzhilfen in Aussicht gestellt - wenn die Regierung in Ankara Flüchtlinge besser versorgt und im Land behält. Details einer solchen möglichen Grundsatzvereinbarung machte die Brüsseler Behörde am Dienstag öffentlich. Ihr Chef Jean-Claude Juncker hatte das Papier am Vorabend dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan bei einem gemeinsamen Abendessen in Brüssel übergeben.

Einzelheiten wollen die EU und die Türkei bis zum Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in der kommenden Woche ausarbeiten. In dem aktuellen Papier wiederholt die EU-Kommission ihren Vorschlag, dass die Türkei in diesem und dem kommenden Jahr bis zu einer Milliarde Euro für die Betreuung und Versorgung von Flüchtlingen bekommen soll. Bereits der EU-Gipfel vor zwei Wochen hatte sich im Grundsatz auf eine deutliche Aufstockung der Finanzhilfen für Nachbarn des Bürgerkriegslandes Syrien geeinigt.

Flüchtlingsrouten nach Europa <--! Unglücksstelle 1-->
Unglücksstelle

11.02.2015 - 330 Tote

3.10.2014 - 366 Tote

4.08.2011 - 125 Tote

<--! Ende Unglücksstelle 1 --> <--! Unglücksstelle 2 -->
Unglücksstelle

29.07.2015 - 150 Tote

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Unglücksstelle

19.04.2015 - 700 Tote

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Unglücksstelle

1.06.2011 - 270 Tote

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Unglücksstelle

15.09.2014 - 500 Tote

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Unglücksstelle

11.06.2012 - 54 Tote

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Unglücksstelle

4.11.2014 - 24 Tote

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Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2006-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Marokko: 52
- Guinea: 50
- Senegal: 26

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Algerien (See): 734
- Kamerun: 1497
- Mali: 669 (Land)

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Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 39.651
- Eritrea: 33.559
- Unbekannt: 26.340

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2013

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Jan-Jun): 7.751

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 3.040
- Nigeria: 684
- Eritrea: 475

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 4- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 48.075
- Afghanistan: 12.475
- Somalia: 1.621 (Sea)
- Irak: 483 (Land)

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Kosovo: 22.059
- Afghanistan: 8.342
- Syrien: 7.320

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Vietnam: 257
- Afghanistan: 209
- Georgien: 171

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Albanien: 8.757
- Mazedonien: 31
- Georgien: 14

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2015

Nach dem aktuellen Entwurf könnte sich Ankara auch verpflichten, sechs zusätzliche Aufnahmelager für Migranten zu eröffnen, die EU würde einen Teil der Kosten dafür übernehmen. Zudem soll die Regierung Migranten zur Registrierung zwingen und Asylverfahren rasch abwickeln. Für die Dauer ihres Aufenthaltes soll Flüchtlingen der Zugang etwa zum Arbeitsmarkt, zur Gesundheitsversorgung und zur Bildung erleichtert werden. Ankara soll auch mehr für die Sicherung der Grenzen zur EU tun und mit der griechischen Küstenwache zusammenarbeiten.

Nach Brüsseler Darstellung gibt es zwischen beiden Seiten Einigkeit über die Grundprinzipien des Papiers, Zusagen der Türkei für einzelne Punkte fehlen aber. Die Türkei ist eines der Haupttransitländer für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa und hat laut Erdogan 2,2 Millionen von ihnen aufgenommen.

Gute Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise Krise erhöhe die Chancen für die Türkei, die ersehnte Visafreiheit für ihre Bürger zu erlangen, hatte ein Sprecher der EU-Kommission zuvor erklärt. Auf die Frage, ob der umstrittene Umgang Ankaras mit Medien und Justiz eine Rolle spiele, verwies er auf die jährlichen Fortschrittsberichte der EU-Kommission zur Türkei. Die Brüsseler Behörde nimmt jedes Jahr die Lage in Staaten unter die Lupe, die Kandidaten für einen EU-Beitritt sind.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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