Flüchtlingsstrom nach Europa

Fast 250.000 Flüchtlinge kamen mit dem Boot

Ein großer Teil der Flüchtlinge ist mit dem Boot nach Europa geflohen. Ihre Zahl beläuft sich 2015 schon fast auf eine Viertelmillion. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl derjenigen, die im Mittelmeer sterben.
4 Kommentare

Weniger Bargeld für Flüchtlinge?

Weniger Bargeld für Flüchtlinge?

GenfFast ein Viertelmillion Menschen sind seit Jahresbeginn über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Bereits jetzt seien mehr Bootsflüchtlinge in Griechenland, Italien, Spanien, Malta und anderen europäischen Ländern angekommen als im gesamten Jahr 2014, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mit. Nahezu täglich gingen im Sommer rund 1000 Migranten an den Küsten Italiens und Griechenlands an Land - meist mit Hilfe von Rettungskräften.

Etwa 2300 Flüchtlinge kamen laut IOM seit Jahresbeginn im Mittelmeer ums Leben. „Die Lage im Mittelmeer ist zutiefst besorgniserregend“, sagte IOM-Generaldirektor William Lacy Swing laut einer Mitteilung. „Obwohl es in jüngster Zeit Fortschritte gab - darunter die Verstärkung der EU-Rettungsoperation Triton -, muss mehr getan werden, um angemessene Hilfe für diese verzweifelten Menschen zu leisten, die ihr Leben in die Hände skrupelloser Menschenschmuggler legen.“

Chaos auf Kos
Flüchtlinge auf Kos
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Auf der einen Seite sonnen sich Touristen auf der griechischen Ferieninsel Kos, doch jeden Tag versuchen Flüchtlinge an Land zu kommen. Die Behörden auf der griechischen Insel Kos sind vom Ansturm der Flüchtlinge zunehmend überfordert.

Zwischen Urlaubsparadies und Flüchtlingsinsel
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Der Bürgermeister schlägt bereits Alarm und warnt vor Blutvergießen auf seiner Insel, „wenn nicht sofort Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung getroffen“ würden. Das schrieb Giorgos Kyritsis am Dienstag an die Regierung in Athen.

Ausschreitungen befürchtet
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Auf Kos seien mehr als 7000 Migranten angekommen. Man könne mit dem Problem nicht mehr fertig werden. „Ich warne davor, die Gefahr eines Blutvergießens ist real“, erklärte der Bürgermeister. Der Brief wurde am Dienstag in der griechischen Presse veröffentlicht.

Gewalt
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Wie Reporter vor Ort berichteten, blockierten Migranten am Dienstagmorgen die Küstenpromenade des Hauptortes der Insel. Sie forderten lautstark Papiere, um die Insel zu verlassen und weiter nach Mitteleuropa zu reisen. Im kleinen Stadion der Insel ist es nach Augenzeugenberichten zu Schlägereien zwischen Migranten gekommen. Zudem seien auch Polizisten angegriffen worden, die Schlagstöcke einsetzten, um sich zu wehren, hieß es.

Chaos auf Kos
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Auf der Insel Kos herrschen chaotische Zustände. Hunderte Migranten kommen täglich von der wenige Seemeilen entfernten türkischen Küste. Hilfsorganisationen, der Staat und die Bevölkerung sind restlos überfordert. Ähnlich ist die Situation auf zahlreichen anderen Inseln im Osten der Ägäis. Viele der Flüchtlinge stammen aus Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan. Zum Teil kampierten sie nach ihrer Ankunft in den Parks und auf den Plätzen der Stadt Kos.

jede Nacht kommen Flüchtlinge an
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Bei einem Versuch, sie in ein Stadion zu verlegen, kam es zu den Prügeleien unter den Wartenden in einer langen Schlange. Die Polizei war nur mit einigen wenigen Beamten vor Ort und hatte große Mühe, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Sonnenuntergang
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Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres haben nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks etwa 124.000 Flüchtlinge und Migranten Griechenland per Schiff erreicht. Das sei ein Anstieg von 750 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014, hieß es. Allein im Juli kamen demnach 50.000 an, davon rund 70 Prozent aus Syrien. Die meisten treffen auf den fünf Inseln Lesbos, Chios, Kos, Samos und Leros ein, wie das UNHCR am Freitag mitteilte.

Die meisten Mittelmeer-Flüchtlinge in Italien seien via Libyen aus Eritrea gekommen (25.567), gefolgt von Menschen aus Nigeria (11.899), Somalia (7538), dem Sudan (5658), Syrien (5495) und weiteren Ländern. Aus dem Bürgerkriegsland Syrien kämen inzwischen mehr Flüchtlinge auf dem Landweg über die Türkei und Griechenland in die EU als über das Meer.

  • dpa
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4 Kommentare zu "Flüchtlingsstrom nach Europa: Fast 250.000 Flüchtlinge kamen mit dem Boot"

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  • Interessant, Interessant !!!

    "Wer hier ankommt, ist erst mal sicher; doch bleiben will niemand."

    "Denn für die Flüchtlinge ist Griechenland nur eine Durchgangsstation."

    Also doch! - Nicht ihre Sicherheit vor Bürgerkrieg etc. ist der Antrieb der Flüchtlinge, sondern ganz offensichtlich die Sozialsysteme Westeuropas.

    Wer sagt das die ganze Zeit ???


  • Die Reisewelle wird weiter steigen, da wir ja Entwicklungshilfe zahlen und Hr. Gauck jeden Ausländer eingeladen hat. Wir brauchen auch erfahrene Bürgerkrieger = Islamgläubige! Welcher arme Deutscher kann für eine Reise ca. 8000 Euro aufbringen?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Schön zu sehen, dass Claudia Roth ihr Anwesen in Bodrum verlassen hat zum Strand runter ging und von da die Griechen arg beschimpft hatte , die sich um die Flüchtlinge nicht kümmern , die aus Bodrum in Massen nach Kos starten. Kein Wort an die Türkei die Gute. Das ist die schöne neue Europa Welt die so kaputt ist, dass es jeder schon merken kann. Alle aus Bodrum wollen nach Deutschland ist schon klar, die Roth leistet ganze Arbeit und das ganze wird als Dienstreise vermutlich ausgewiesen.

    Ansonsten hat Europa versagt und nichts aber nichts hilft mehr als den Schengenraum zu schliessen bis geregelt ist wer welche Flüchtlinge aufnimmt.

    Der Winter könnte sonst in Deutschland heiß werden.

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