Flüchtlingsstrom nach Europa

Nato soll bei Kampf gegen Schleuser helfen

Der Ansturm der Migranten auf Europa nimmt weiter zu. Schleuser verdienen gut an der Verzweiflung, oft kommen ihre Kunden bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben. Die Nato soll den Kampf gegen die Banden unterstützen.
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Der Tod vor der Haustür
Grenzzaun in Ceuta
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Ein Mann steht an einem Grenzzaun in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika: Die Außenposten der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent sind zum Ziel Zehntausender Flüchtlinge geworden. Oft stürmen sie in großen Massen gleichzeitig auf den haushohen und militärisch gesicherten Grenzzaun zu – mit dramatischen Folgen...

Grenzzaun in Melilla
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Ein afrikanischer Migrant versucht sich vor dem Schlagstock eines spanischen Grenzpolizisten zu schützen: Die zweite spanische Exklave auf afrikanischem Boden gilt als gelobtes Land für viele Flüchtlinge. Schließlich gilt: Wenn ein Flüchtling einmal europäischen Boden betreten hat, darf er nicht ohne abgeschlossenes Asylverfahren ausgewiesen werden. Die Praxis weicht allerdings oft von den Gesetzen ab...

In Reih' und Glied
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Afrikanische Flüchtlinge an der spanischen Grenze in Melilla: Sogenannte „Pushbacks“, unrechtmäßig angeordnete und gesetzliche nicht legitimierte Abschiebungen von Flüchtlingen, nehmen Menschenrechtsorganisationen zufolge wieder zu. Den Migranten wird dadurch eine der letzten, der ohnehin verzweifelten, Fluchtoptionen verwehrt.

Hotspot Libyen
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Die verzweifelte Lage der Migranten treibt sie ihn Bürgerkriegsländer wie Libyen. Dort erwarten sie Rechtlosigkeit, Willkür und Gefängnis. In Libyen sitzen viele Flüchtlinge grundlos über Monate und Jahre hinweg hinter Gittern. Da erscheint jede noch so gefährliche Fluchtmöglichkeit als sicherer Ausweg – zumal es in den Herkunftsländern oft noch schlimmer zugeht...

Kampf um Brot
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In einem Flüchtlingslager für Jesiden im Nordirak wird die Brotverteilung zum Überlebenskampf: Nicht nur die armen Länder der Subsahara-Länder sorgenmit Leid, Hunger und Unrecht für einen steten Flüchtlingsstrom, auch die vielen Krisen im Nahen Osten vertreiben die Menschen aus ihrer Heimat. Oft bleibt ihnen nur der Seeweg ins gelobte Land Europa...

Flüchtlingsboot im Mittelmeer
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Mindestens 200 Flüchtlinge in einem überfüllten und seeuntauglichen Boot vor der italienischen Insel Lampedusa: In der Hoffnung auf Arbeit und Frieden haben sich im vergangenen Jahr mehr Menschen denn je zuvor auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer gemacht. Die Route nahmen Angaben des UN-Menschenrechtsrats zufolge mehr als 207.000 Menschen. Dabei starben Tausende...

Gefahr im Verzug
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20 Seemeilen nördlich der libyschen Küste: Ein überfülltes Flüchtlingsboot. Mindestens 3419 Flüchtlinge starben Angaben der Vereinten Nationen zufolge 2014 bei dem Versuch, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Das Mittelmeer wird damit zum Massengrab.

BrüsselDie Europäische Union könnte beim geplanten Kampf gegen Schleuserbanden im Mittelmeerraum Unterstützung von der Nato bekommen. „Ich denke, es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, Informationen auszutauschen“, sagte der amerikanische Nato-Botschafter Douglas E. Lute am Freitag mit Blick auf die US-Aufklärungskapazitäten in der Region. Möglichkeiten der Zusammenarbeit könnten bei einem Treffen der Nato-Außenminister in der kommenden Woche in der Türkei besprochen werden.

Lute betonte allerdings, dass die Führungsrolle bei einer Militäroperation klar bei der EU liegen müsse. Sie sei es auch, die ein politisches Mandat dafür bekommen sollte. „Ich schlage hier keine gemeinsame Operation der Nato und der EU vor“, sagte der Botschafter.

Wie ein Militäreinsatz gegen Schleuserbanden genau aussehen könnte, wird derzeit unter den EU-Staaten diskutiert. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat dazu ein als geheim eingestuftes Papier mit unterschiedlichen Möglichkeiten erstellt. Nach Angaben von Diplomaten werden darin nicht einmal Operationen auf libyschen Boden ausgeschlossen.

Hauptziel eines EU-Militäreinsatzes soll es sein, von Schleuserbanden genutzte Schiffe zu identifizieren und zu zerstören, bevor sie zum Transport von Flüchtlingen genutzt werden können.

Das Startsignal für die Operation könnte bei einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs im Juni gegeben werden. Sie hatten die Ausarbeitung eines Konzepts dazu am 23. April bei einem Sondergipfel zu den jüngsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer in Auftrag gegeben.

  • dpa
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