Flüchtlingsstrom nach Europa
Nato soll bei Kampf gegen Schleuser helfen

Der Ansturm der Migranten auf Europa nimmt weiter zu. Schleuser verdienen gut an der Verzweiflung, oft kommen ihre Kunden bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben. Die Nato soll den Kampf gegen die Banden unterstützen.
  • 0

BrüsselDie Europäische Union könnte beim geplanten Kampf gegen Schleuserbanden im Mittelmeerraum Unterstützung von der Nato bekommen. „Ich denke, es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, Informationen auszutauschen“, sagte der amerikanische Nato-Botschafter Douglas E. Lute am Freitag mit Blick auf die US-Aufklärungskapazitäten in der Region. Möglichkeiten der Zusammenarbeit könnten bei einem Treffen der Nato-Außenminister in der kommenden Woche in der Türkei besprochen werden.

Lute betonte allerdings, dass die Führungsrolle bei einer Militäroperation klar bei der EU liegen müsse. Sie sei es auch, die ein politisches Mandat dafür bekommen sollte. „Ich schlage hier keine gemeinsame Operation der Nato und der EU vor“, sagte der Botschafter.

Wie ein Militäreinsatz gegen Schleuserbanden genau aussehen könnte, wird derzeit unter den EU-Staaten diskutiert. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat dazu ein als geheim eingestuftes Papier mit unterschiedlichen Möglichkeiten erstellt. Nach Angaben von Diplomaten werden darin nicht einmal Operationen auf libyschen Boden ausgeschlossen.

Hauptziel eines EU-Militäreinsatzes soll es sein, von Schleuserbanden genutzte Schiffe zu identifizieren und zu zerstören, bevor sie zum Transport von Flüchtlingen genutzt werden können.

Das Startsignal für die Operation könnte bei einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs im Juni gegeben werden. Sie hatten die Ausarbeitung eines Konzepts dazu am 23. April bei einem Sondergipfel zu den jüngsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer in Auftrag gegeben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Flüchtlingsstrom nach Europa: Nato soll bei Kampf gegen Schleuser helfen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%