Flüchtlingszustrom: Slowenien schottet sich stärker gegen Einwanderer ab

Flüchtlingszustrom
Slowenien schottet sich stärker gegen Einwanderer ab

Slowenien fährt künftig ein härteres Grenzregime. Das Land will nur noch Flüchtlinge ins Land lassen, die auf dem Weg nach Deutschland oder Österreich sind. Unterstützung bekommt das Balkanland von deutschen Behörden.

WienSlowenien lässt künftig nur noch Kriegsflüchtlinge ins Land, die in Deutschland oder Österreich Asyl beantragen werden. Zusammen mit internationalen Fachkräften, darunter auch deutsche Beamte, wird die Grenze zu den Westbalkan-Ländern und zu Österreich verstärkt gesichert.

Deutschland solle Slowenien und anderen Balkan-Ländern helfen, um Grenzschutz und Registrierung zu verbessern, fordert Baden-Württembergs Europa-Minister Peter Friedrich bei einem Besuch in der slowenischen Hauptstadt Laibach. „Slowenien ist zu Recht stolz darauf, dass man durch internationale Zusammenarbeit eine professionelle Registrierung der Flüchtlinge geschafft hat“, sagte Friedrich dem Handelsblatt. „Das Modell einer Migrantenregistrierung mit internationaler Unterstützung auf elf EU-Länder ist ein Modell für die EU-Grenze. Die deutschen Beamten haben mir gesagt, dass die Kooperation tadellos klappt. So eine Vorgehensweise können wir auch auf Länder wie Mazedonien und Griechenland übertragen.“

Seit Freitag fährt Slowenien ein härteres Grenzregime. Wie Innenministerin Vesna Györkös Žnidar sagte, werde auch die grüne Grenze zum EU-Nachbarland Kroatien verstärkt kontrolliert. Die östliche Grenze von Slowenien stellt eine EU-Außengrenze dar. Ziel ist es, die Zahl der Flüchtlinge, die auf der Westbalkan-Route kommen, zu begrenzen. Auslöser für die Verschärfung der Überwachung an Sloweniens Grenzen ist die Entscheidung der österreichischen Regierung für eine Obergrenze bei den Flüchtlingen. Wien will in diesem Jahr nur noch 37.500 Asylbewerber aufnehmen. Im vergangenen Jahr war es noch rund 90.000 Migranten.

Slowenien drängt vor allem darauf, vor allem Mazedonien in der Sicherung seiner Grenze zum EU-Land Griechenland zu helfen. Diese Position bekräftigte Innenministerin Györkös Žnidar in Laibach. Slowenien will unbedingt vermeiden zu einem „Puffer“ für die Flüchtlinge zu werden. Seit Jahresbeginn haben rund 44.000 Flüchtlinge das Land auf ihren Weg nach Österreich und Deutschland sowie Nordeuropa durchquert.

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„Österreich ist kein Vorbild für Deutschland“

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