Flüge müssen umgebucht werden
Streiks lassen in Nachbarländern Chaos ausbrechen

Wegen der Streiks in Frankreich, Österreich und Italien ist der Flug- und Bahnverkehr von Deutschland in die Nachbarländer nahezu zusammengebrochen: Die Lufthansa strich 97 Flüge nach Frankreich, von und nach Italien fielen zahlreiche Flüge aus, und Bahnreisende mussten an der österreichischen Grenze sogar aussteigen. Die Streikwelle in Frankreich richtet sich gegen die geplante Rentenreform der französichen Regierung.

HB/dpa FRANKFURT/DÜSSELDORF/PARIS. Wegen der Streiks in Frankreich, Österreich und Italien ist am Dienstag der Flug- und Bahnverkehr von Deutschland in die Nachbarländer nahezu zusammengebrochen. Die Lufthansa musste 97 Flüge nach Frankreich streichen, weil dort unter anderem die Fluglotsen die Arbeit niederlegten. British Airways sagte für Dienstag drei Viertel ihrer Frankreich-Flüge ab. Air France kündigte die Streichung von 65 Prozent aller Kurz- und Mittelstreckenflüge an.

Auch von und nach Italien wurden zahlreiche Flüge gestrichen. Grund sind Streiks der französischen Fluglotsen und der Belegschaft der italienischen Fluggesellschaft Alitalia, sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Airports mit. Betroffen seien vor allem Flüge der deutschen Lufthansa und der Air France.

Wie eine Unternehmenssprecherin in Frankfurt weiter mitteilte, sollen die Fluggäste auf andere Tage oder aber auf einen der 41 Flüge umgebucht werden, die trotz der Streiks stattfinden sollten.

Streiks gegen Rentenreform in Frankreich

Erneute Streiks gegen die Rentenreform haben am Dienstagmorgen auch den Flug-, Bahn- und Nahverkehr in Frankreich stark behindert. Angekündigt waren etwa 70 Prozent Ausfälle von Zügen im Inlandsverkehr. Die Eurostar-Verbindung zwischen Paris, Brüssel und London verkehrte jedoch normal, hieß es nach Angaben der Eisenbahngesellschaft SNCF von Dienstag. In Paris waren etwa 70 Prozent der Metrolinien von dem Ausstand betroffen und in etwa 50 Städten des Landes kam es zu schweren Behinderungen im Nahverkehr. Verzichten mussten die Franzosen zumeist auf die ihre morgendliche Zeitungslektüre, da keine der großen Tageszeitungen erschien.

Französische Gewerkschaften rufen zum Großstreik auf

Die Gewerkschaften riefen auch Lehrer, Post- und Steuerbeamte sowie die Beschäftigten der Krankenhäuser zum Streik auf. Zudem wurde erneut eine Demonstration von mehreren zehntausend Menschen in Paris erwartet.

Österreich vor größtem Streik der Zweiten Republik

Österreich erwartete für Dienstag den größten Streik der Zweiten Republik. Die Protest-Aktionen der Gewerkschaft gegen die Pensionsreform sollten praktisch alle Bereiche des Alltags- und Berufslebens betreffen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren nicht, der Flugverkehr dürfte empfindlich gestört sein, die Post wird nicht ausgeliefert, und die Ämter haben ebenso geschlossen wie Schulen, Kindergärten und Universitäten. Zudem werden hunderte Betriebe von Arbeitsniederlegungen betroffen sein. Die Deutsche Bahn rief Kunden mit Ziel Österreich auf, ihre Reise nach Möglichkeit zu verschieben. Sämtliche Züge in das Nachbarland endeten am Dienstag an Grenzbahnhöfen oder Bahnhöfen vor der Grenze, sagte eine Bahn-Sprecherin.

Mittwoch drohen Bahn-Streiks in Italien

Reisen nach Italien seien noch über die Schweiz möglich, doch am Mittwoch drohten auch in Italien Arbeitsniederlegungen, die den Bahnverkehr beeinträchtigen könnten, sagte die Bahn-Sprecherin. Nach ihren Angaben blieb das befürchtete Chaos zunächst aus. Viele Reisende hätten sich offenbar schon frühzeitig auf die Situation eingestellt.

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