Fluglotsen-Protest
Zapatero droht mit Verhaftungen und Notstand

Spaniens Regierung sagt den streikenden Fluglotsen den Kampf an. Sie droht den Fluglotsen mit Verhaftungen und Strafmaßnahmen. Nachdem das Militär die Kontrolle über den Luftraum übernommen hat, drohte der stellvertretende Ministerpräsident in einer Krisensitzung des Kabinetts mit dem Notstand. Nur die Flughäfen auf den Kanarischen Inseln konnten am Samstag den Betrieb wieder aufehmen.
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HB MADRID. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero drohte den Lotsen mit der Festnahme, wenn sie bis Samstagmorgen die Arbeit nicht wieder aufnehmen würden. „Wenn sich die Situation nicht normalisiert, wird die Regierung den Notstand verhängen“, fügte der stellvertretende Ministerpräsident Alfredo Perez Rubalcaba in einer außerordentlichen Kabinettssitzung hinzu.

Sollten die Fluglotsen nicht an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, würden sofort Strafverfahren eingeleitet, die mit Gefängnisstrafen enden könnten. Ein wilder Streik der Fluglotsen hatte den Luftverkehr in Spanien in der Nacht zum Samstag praktisch zum Erliegen gebracht. Weite Teile des Luftraums mussten gesperrt werden. Ein Großteil der zivilen Flughäfen wurde geschlossen, darunter die von Madrid, Barcelona, Mallorca, Menorca, Ibiza und den Kanarischen Inseln.

Mindestens 330 000 Reisende waren nach Angaben der Flughafenbehörde AENA betroffen. Etwa 2000 Flüge fielen aus.

Die Flughäfen auf den Kanarischen Inseln konnten am Samstag den Betrieb wieder aufehmen. Wie die Flughafenbehörde AENA mitteilte, konnte die Normalität auf den Airports von Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote und Fuerteventura bis zum Mittag allerdings noch nicht wieder hergestellt werden.

Die Großflughäfen von Madrid, Barcelona und Mallorca waren dagegen wegen des Lotsenstreiks weiterhin geschlossen. Die Fluggesellschaft Iberia sagte alle für Samstag vorgesehenen Flüge von und nach Madrid ab.

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  • Die drei wichtigsten Fluggesellschaften der Region Emirates, Etihad aus Abu Dhabi und Qatar Airways aus Katar haben nur die Hälfte der Personalkosten und nur 2/3 der Gesamtkosten und einen neueren Flugzeugepark als die großen Europäischen Fluggesellschaften (Quelle: Hb.
    Die spanischen Piloten sollten froh sein, wenn ihnen der Arbeitsplatz unter den bisherigen bedingungen erhalten werden kann.

  • eins muss klar sein in ganzen EU muss verhaftet werden in den einzelnen Ländern muss ermittelt werden,die Krise hat einen Namen.

  • Eins wird deutlich: Die Gutorganisierten können ihren Regierenden und Ausbeutern besser Paroli bieten, als die Schlecht- oder Unorganisierten. Wie rasch zu Repressalien gegriffen wird, zeigt, daß die Schuldigen und für die Misere Verantwortlichen eine gewaltige Angst vor Demonstrationen, Revolten, und dem Ungehorsam der Massen, dem zivilen Widerstand haben.

    Merkt Euch: Organisiert Euch rechtzeitig, ehe die selbsternannte Obrigkeit Euch das Fell über die Ohren zieht!

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