Flugzeugabschuss
Russland warnt vor Reisen in die Türkei

Der Abschuss des russischen Jets zieht weitere Kreise: Russlands Außenminister Lawrow warnt vor Reisen in die Türkei und spricht von einer „terroristischen Gefahr“. Ein Reiseanbieter streicht alle Flüge in das Land.

MoskauNach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet durch die türkische Luftwaffe hat Außenminister Sergej Lawrow seine Landsleute vor Reisen in die Türkei gewarnt. Die Gefahr „terroristischer Zwischenfälle auf türkischem Boden“ sei nicht geringer als in Ägypten, sagte Lawrow am Mittwoch in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung. Deshalb sei davon abzuraten, sich zu Urlaubs- oder anderen Zwecken in die Türkei zu begeben.

Lawrow kündigte zugleich an, dass er sich wegen der „wachsenden terroristischen Gefahr“ in der Türkei entschieden habe, sein für Mittwoch vorgesehenes Treffen mit dem türkischen Außenminister Feridun Sinirlioglu in Istanbul abzusagen.

Wenig später strich einer der größten russischen Urlaubsveranstalter die Reisen in die Türkei aus seinem Programm. Die Filialen in Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken würden aus Sicherheitsgründen ab Mittwoch keine Fahrten in die Türkei mehr verkaufen, teilte Natali Tours mit. Als Grund nannte das Unternehmen die „instabile politische Situation“ und verwies zudem auf die Anordnung von Präsident Wladimir Putin, der nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine über dem Sinai alle Flüge aus Russland nach Ägypten gestoppt hatte.

Unter den ausländischen Türkei-Urlaubern nimmt Russland nach Deutschland den zweiten Platz ein. Im vergangenen Jahr besuchten fast 4,5 Millionen Russen die Türkei, das entspricht einem Anteil von zwölf Prozent.

Die türkische Luftwaffe hatte den russischen Kampfjet am Morgen im Grenzgebiet zu Syrien nach eigenen Angaben abgeschossen, weil das Flugzeug trotz Warnungen in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Das russische Verteidigungsministerium erklärte dagegen, der Bomber vom Typ Su-24 habe sich ausschließlich über syrischem Gebiet aufgehalten. Es ist das erste Mal seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien Ende September, dass ein Armeeflugzeug des Landes abgeschossen wurde.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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