Flugzeugkonzern strebt neue Darlehen an
Streit um Airbus-Subventionen droht zu eskalieren

Der Streit um Subventionen für Flugzeugbauer zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA vor der Welthandelsorganisation WTO droht zu eskalieren.

HB LONDON. Das europäische Unternehmen Airbus gab am Donnerstag bekannt, dass es Großbritannien um ein Darlehen für die Entwicklung des A350 gebeten habe und auch mit den Regierungen in Berlin und Madrid verhandele. Eine Antwort erhoffe sich der Konzern bis Mitte Juni. Die französische Regierung hat nach eigenen Angaben einen ähnlichen Antrag erhalten.

Die USA hatten angekündigt, sie würden bei weiteren „unfairen“ Zahlungen ihre Klage vor der WTO vorantreiben. Airbus' US-Konkurrent Boeing bekräftigte diese Drohung am Donnerstag.

Airbus will nach eigenen Angaben bis zu eine Milliarde Euro der insgesamt drei Milliarden Euro Entwicklungskosten für das neue Langstreckenflugzeug über Staatsdarlehen finanzieren. Der Konzern hat bisher noch nicht genügend Bestellungen, um die Kosten alleine zu bestreiten. Airbus muss zudem zwölf Milliarden Euro in sein Großraumflugzeug A380 investieren, das im kommenden Jahr geliefert werden soll.

Die USA reichten bereits im Oktober bei der WTO Beschwerde wegen Subventionen für Airbus ein, da die Zahlungen für den Flugzeugbauer internationalen Handelsregeln widersprächen. Die Regierung in Washington will ein Ende der staatlichen Starthilfen für neue Airbus-Modelle erreichen. Die EU verlangt im Gegenzug ein Ende der aus ihrer Sicht indirekten Unterstützung für den Konkurrenten Boeing der von US-Rüstungsaufträgen profitiert. Boeing fürchtet, dass es durch Hilfen für den A350 mit seinem eigenen neuen Modell 787 Dreamliner unter Druck geraten könnte.

EU-Handelskommissar Peter Mandelson kündigte am Donnerstag an, die EU sei weiter offen für Verhandlungen. Es sei aber Sache der US-Regierung, Schritte vor der WTO zu ergreifen, und keine Angelegenheit von Boeing.

Die USA und die EU hatten sich im Januar zunächst darauf verständigt, von Klagen gegen die jeweils andere Partei vor der WTO Abstand zu nehmen und zu einer Verhandlungslösung in dem Streit zu kommen. Die Gespräche sind aber bislang ohne Ergebnis geblieben. Der vereinbarte Verhandlungszeitraum ist bereits am 11. April abgelaufen. Während dieser Zeit sollten keine neuen Subventionen für Flugzeugbauer zugelassen werden. Seitdem haben beide Seiten ihre Gesprächsbereitschaft betont, um eine Eskalation des Rechtsstreits vor der WTO abzuwenden. Dieser würde die transatlantischen Beziehungen stark belasten. Erst am Mittwoch hatte Mandelson bekräftigt, ein Streit vor der WTO sei nicht wünschenswert.

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