Förderstatistik: Russland bleibt der größte Ölproduzent

Förderstatistik
Russland bleibt der größte Ölproduzent

Seit dem Ende der Sowjetunion wurde in Russland nicht mehr so viel Erdöl gefördert wie im Moment. Damit verweisen die Russen sogar Saudi-Arabien auf die Plätze. Doch die Fördermenge könnte schon bald wieder sinken.
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MoskauRussland bleibt der größte Ölproduzent der Welt. Dank eines deutlichen Förderplus des staatlichen Rosneft -Konzerns verteidigte das Land seine Spitzenstellung vor Saudi-Arabien. Das zeigen Daten des russischen Energieministeriums, die am Mittwoch vorgelegt wurden. Demnach stieg der Ausstoß 2012 um fast ein Prozent auf 10,37 Millionen Barrel pro Tag (bpd), den höchsten Wert nach Ende der Sowjetunion. Das entsprach einer Produktion von insgesamt 518.018 Millionen Tonnen. In diesem Jahr könnte sie stagnieren, weil Ölfelder in Westsibirien zur Neige gehen.

Saudi-Arabien hat seine Förderung gedrosselt, um die Ölpreise stabil zu halten, die vergangenes Jahr ein Rekordhoch markiert hatten. Der Preis für die Ölsorte Brent belief sich im Jahresschnitt 2012 auf den Spitzenwert von mehr als 111 Dollar pro Barrel. Im Jahresverlauf legte er 3,5 Prozent zu, während es 2011 noch 13,3 Prozent waren. Der russische Staat hat sich mittlerweile mehr als 50 Prozent an der heimischen Ölindustrie gesichert.

Entscheidender Schritt war die Übernahme des britisch-russischen Konzerns TNK-BP durch Rosneft für rund 55 Milliarden Dollar. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden. Dann ist Rosneft der weltweit größte börsennotierte Ölproduzent. Im vergangenen Jahr steigerte das Unternehmen seinen Ausstoß um kräftige 2,3 Prozent auf 2,4 Millionen bpd. Der russische Branchenzweite Lukoil büßte dagegen ein Prozent ein.

Die russische Gasproduktion war dagegen 2012 rückläufig. Sie fiel auf 1,79 von 1,84 Milliarden Kubikmetern pro Tag. Die Förderung des Branchenprimus Gazprom, der auch international an der Spitze steht, sank auf 1,31 von 1,4 Milliarden Kubikmetern täglich im Jahr 2011. Die Kunden aus Europa deckten sich lieber mit günstigeren Alternativen ein wie Flüssigerdgas und Angeboten zur sofortigen Bestellung (Spotmarkt).

 



Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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