Folgen der Finanzkrise
Frankreich droht Banken mit Eingriffen

Frankreich erhöht in der Finanzkrise den Druck auf die Banken: Der französische Ministerpräsident Francois Fillon droht den Finanzinstituten mit Eingriffen in die Unternehmensführung, sollten diese die Wirtschaft nicht ausreichend mit Krediten versorgen. Spanien greift unterdessen in Bedrängnis geratenen Häuslebauern unter die Arme.

HB PARIS/BERLIN/MADRID. Die Zeitung "Le Figaro" zitierte am Montag Fillon mit den Worten, die Regierung könne ihre gewährten Hilfskredite wieder zurückziehen. Die Banken würden dann in Schwierigkeiten geraten. "In dem Moment käme die Frage auf, sich an ihrem Kapital zu beteiligen, vielleicht ihr Management zu ändern und ihre Strategie zu kontrollieren." Das Blatt bezog sich auf ein Interview des TV-Senders France 2 vom Freitag, das noch im Tagesverlauf ausgestrahlt werden sollte. Der Chef der Großbank Societe Generale, Frederic Oudea, lehnte einen Einstieg der Regierung ab. Die französischen Banken müssten nicht teilverstaatlicht werden, sagte er.

Die Äußerungen Fillons spiegeln die wachsenden Sorgen in Frankreich wider, dass die Banken nach den staatlichen Finanzspritzen das Geld eher horten als dem Wirtschaftskreislauf über Firmenkredite zuzuführen und damit die von einer Rezession bedrohte Konjunktur abwürgen. Bislang hat die Regierung die Finanzbranche für den Fall der Inanspruchnahme staatlicher Hilfen von ähnlich strengen Auflagen wie in Großbritannien und Deutschland verschont.

Anfang Oktober hatte Präsident Nicolas Sarkozy als Teil internationaler Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte Bankenhilfen über 360 Milliarden Euro angeboten. Zudem hat die Regierung den Großbanken Darlehen über insgesamt rund 10,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um den eingefrorenen Kreditmarkt aufzutauen.

Spanien gewährt aufgrund der heraufziehenden Wirtschaftskrise den Arbeitslosen zusätzliche Hilfen. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero kündigte am Montag an, arbeitslosen oder ärmeren Spaniern zwei Jahre lang eine Atempause beim Bedienen ihrer Hypothek zu verschaffen. Demnach müssen die Schuldner vorübergehend nur die Hälfte der Hypothekenlast schultern, die andere Hälfte garantiert der Staat.

Seite 1:

Frankreich droht Banken mit Eingriffen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%