Folgen der Krise
Lettlands Premier tritt zurück

Die lettische Regierung ist an der Wirtschaftskrise zerbrochen. Nach Wochen der politischen Instabilität reichte Ministerpräsident Ivars Godmanis am Freitag seinen Rücktritt ein.

HB RIGA. Präsident Valdis Zatlers kündigte Gespräche mit allen Parteien über die Bildung einer neuen Regierung an. Experten zeigten sich skeptisch über eine Einigung. Lettland ist nach Island der zweite Staat, dessen Regierung wegen der Folgen der weltweiten Finanzkrise fällt.

Jahrelang hatte der baltische Staat mit seinen 2,3 Millionen Einwohnern ein starkes Wirtschaftswachstum verbuchen können. Lettlands Wirtschaft hatte dieses Wachstum seit Mitte der 90er Jahre in hohem Maß durch Kreditaufnahme finanziert und war deshalb stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen worden. Mitte Dezember hatten die EU, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die nordischen Länder Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen dem Land ein Kreditpaket mit einem Umfang von 7,5 Milliarden Euro zugesagt. Das Finanzministerium geht für 2009 von einem Einbruch der Wirtschaft um zwölf Prozent aus.

Ein Vertreter der Koalition aus Volkspartei und dem Bündnis der Grünen und Bauern sagte, Godmanis' Rücktritt sei der einzige Weg gewesen, um das öffentliche Vertrauen in die unbeliebte Regierung wiederherzustellen. Lars Christensen von Dankse Bank sagte, die Partner könnten zwar vielleicht eine neue Regierung aufstellen. Vermutlich werde es aber Neuwahlen geben. Dabei könnten einige Parteien versucht sein, von den unpopulären Sparmaßnahmen und dem IWF abzurücken. Mitte Januar hatte sich die Unzufriedenheit der Bevölkerung in Krawallen entladen.

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