Folgen des 11. September
Manager reisen wie zuvor

Osama bin Laden und seine Gefolgsleute können die Manager nicht am Boden halten. Der massive Einbruch, den die Geschäftsreisebranche nach dem 11. September verzeichnete, ist verarbeitet – 2005 schickten die Unternehmen ihre Mitarbeiter fast so oft in die Ferne wie vor den Anschlägen.

Die Sorge mancher Experten, Manager würden sich aus Angst um ihr Leben nur noch per Videokonferenz mit ausländischen Kollegen und Kunden unterhalten, hat sich zerschlagen. „Man hat gelernt, mit der Bedrohung zu leben“, sagt Hans-Ingo Biehl, Geschäftsführer des Verbandes Deutsches Reisemanagement. „Das Thema Sicherheit ist wichtiger geworden. Aber gleichzeitig wächst mit der zunehmenden Globalisierung der Bedarf an Kommunikation.“

Das gilt selbst für Reisen in die USA. Branchenzahlen werden erst seit 2002 erhoben, doch bei BCD Travel, dem zweitgrößten Anbieter von Geschäftsreisen weltweit, brach der Anteil der US-Reisen am interkontinentalen Flugverkehr 2001 von 46 auf 26 Prozent ein. 2005 lag er wieder bei 40 Prozent. Trotzdem haben sich die Ansprüche verändert. „Fast alle unsere Großkunden fragen nach unserem neuen Sicherheitsprogramm“, sagt Stefan Vorndran, Mitglied der Geschäftsleitung von BCD Travel. „Es ist extrem wichtig für die Unternehmen, im Falle eines Anschlags so schnell wie möglich zu erfahren, wo ihre Mitarbeiter auf Reisen gerade sind.“

BCD Travel befriedigt diesen Bedarf, indem es jeden Reisenden im Fall eines Falles per SMS auffordert, seinen derzeitigen Aufenthaltsort mitzuteilen. „Unsere Kunden können in Minuten auf Knopfdruck sehen, wie viele und welche ihrer Mitarbeiter in dem betroffenen Gebiet sind“, sagt Vorndran. „Unser Service bietet keinen Schutz vor Terror. Aber er entspricht dem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis.“

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche
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