Folgen des 11. Septembers
Ölpreis zieht dauerhaft an

Auf dem Rohstoffmarkt, insbesondere dem Ölmarkt, hat der Terror deutliche Spuren hinterlassen. Das lässt sich allerdings nicht eindimensional an am Preis festmachen. Vielmehr ist entscheidend für den Ölpreis, wie sich Terror und Antiterrorkampf auf Angebot und Nachfrage auswirken.

Dies wird zum Beispiel daran deutlich, dass die Notierungen nach den Anschlägen bis zum Jahresende 2001 zunächst kräftig von rund 30 Dollar auf rund 20 Dollar nach unten rauschten. Der Einbruch im Flugverkehr und die schwache Wirtschaftsentwicklung hatten die Nachfrage nach Öl stark gedrückt. Auch Ende 2003 stand der Ölpreis mit rund 35 Dollar noch nicht viel höher als vor den Anschlägen.

Doch dann hob der Ölpreis ab. Der starke weltwirtschaftliche Konjunkturaufschwung führte zu einem kräftigen Anstieg der Ölnachfrage. Das Angebot konnte mit der Nachfrage nicht Schritt halten, auch weil wegen der niedrigen Preise jahrelang nicht mehr investiert worden war. Im Umfeld einer sehr hohen Auslastung der Förderkapazitäten hat alles, was zu Förderausfällen führt oder führen könnte, einen durchschlagenden Einfluss auf den Preis. Ohne das Chaos im Irak, das die Ölförderung dort lähmt, wäre der Ölpreis sicher niedriger.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%