Folgen des 11. Septembers
Weltkonjunktur erwies sich als robust

Börsenbaisse, Dollar-Crash, Weltrezession – nach den Terroranschlägen rechneten viele Volkswirte mit dem Schlimmsten. Denn konjunkturell hätten sich die Anschläge kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt ereignen können. Im Herbst 2001 befand sich die Weltwirtschaft im Abschwung – nach dem 11. September kollabierten Aktienkurse und Geschäftsklima-Indizes vollends. „Eine nüchterne ökonomische Einschätzung der Ereignisse vom 11. September“, so die Wirtschaftsweisen, „fällt angesichts der menschlichen Tragik und politischen Tragweite schwer“.

Tatsächlich kam es so, wie kaum ein Konjunkturbeobachter erwartet hatte: Die Gesamtwirtschaft konnte der Terror weder in den USA noch sonst wo aus dem Gleis werfen. Das vierte Quartal 2001 markierte für die Weltwirtschaft nicht den Anfang vom Ende, sondern war der Beginn eines bis heute andauernden Aufschwungs. 2004 wuchs die Weltwirtschaft so stark wie seit rund 30 Jahren nicht mehr. Die US-Wirtschaft, die im dritten Jahresviertel 2001 noch deutlich geschrumpft war, befindet sich seitdem 19 Quartale in Folge auf Expansionskurs. Seit Herbst 2001 sind dort gut 3,7 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze entstanden.

„Die Wirtschaftsleistung der USA ist inzwischen so groß, dass Katastrophen wie die Terroranschläge oder der Hurrikan Katrina keine spürbaren Effekte auf die Konjunktur haben“, lautet die Bilanz des Ökonomie-Nobelpreisträgers Clive Granger. Neben der schieren Größe der Weltwirtschaft ist ein Bündel von Ursachen dafür verantwortlich, dass die Weltwirtschaft den 11. September so gut überstanden hat – der Boom in China und Indien, vor allem aber die Geld- und Fiskalpolitik der USA.

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