Folgen schwer absehbar
Zypern will mehr Zeit von der Troika

Die Regierung in Zypern hat bereits mehr Zeit bekommen um einen Haushaltsüberschuss zu erreichen. Doch Zypern möchte noch mehr Zeit: bis 2018. Die wirtschaftlichen Folgen seien einfach zu schwer absehbar.
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FrankfurtDie zyprische Regierung will in den am heutigen Dienstag stattfindenden Gesprächen mit Vertretern von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds mehr Zeit für die im 10 Milliarden Euro schweren Rettungspaket vereinbarten Ziele aushandeln. Im Lauf der Woche ist ein Treffen der Finanzminister der Euro-Länder vorgesehen.

„Die letzten offenen Punkte in den Gesprächen mit der Troika beziehen sich im Wesentlichen auf den erweiterten Finanzsektor, die Haushaltspolitik sowie Anpassungen”, sagte Regierungssprecher Christos Stylianides am Sonntag in Nikosia. Der Regierung ist eine Fristverlängerung von 2016 bis 2017 zugestanden worden, um einen primären Haushaltsüberschuss zu erreichen. Die Regierung hoffe, diesen Aufschub um ein weiteres Jahr bis 2018 verlängern zu können, sagte Stylianides.

Die Regierung könne derzeit das Ausmaß der wirtschaftlichen Kontraktion nicht absehen, so der Regierungssprecher. Die EU- Kommission hatte vor dem Rettungspaket geschätzt, dass die Volkswirtschaft Zyperns in diesem Jahr um 3,5 Prozent schrumpfen wird.

Nach einem Bericht der Zeitung „Phileleftheros“ wurden in der jüngsten Version des mit der Troika vereinbarten Rettungspakets für dieses Jahr ein primäres Defizit (ohne Zinszahlungen) von 2,4 Prozent und ein primärer Überschuss von vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2017 vereinbart. Der Entwurf der Vereinbarung sehe auch Ausgabensenkungen im Volumen von 351 Mio. Euro oder 2,1 Prozent des BIP sowie Einnahmenerhöhungen vor, berichtete die Zeitung weiter.

Laut der Vereinbarung für die zyprischen Banken werden 40 Prozent der Einlagen bei der Bank of Cyprus, die 100.000 Euro übersteigen, vorübergehend eingefroren. Damit soll die Liquidität der Bank sichergestellt werden, wie die Zentralbank des Landes am 30. März mitgeteilt hatte. Diese Gelder, die nicht für die Rekapitalisierung der Bank eingesetzt werden sollen, werden mit einem Aufschlag von zehn Basispunkten über den derzeitigen Einlagensätzen verzinst und sollen “innerhalb eines kurzfristigen Zeitrahmens” wieder freigegeben werden. Das vereinbarten Vertreter der zyprischen Zentralbank und der Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank am Sonntag, wie Spyros Stavrinakis, der stellvertretende Gouverneur der zyprischen Zentralbank mitteilte.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • die Trioka gibt Zypern mehr Zeit wie schon zu lesen ist. diese werden sie brauchen, weil das große Geld noch nicht vollkommen abgewandert ist, gell?

  • Die Forderungen werden immer maßloser, ebenso bei Griechenland. Die Troika ist nur noch ein müder Witz. Weit und breit kein Gegenargument mit Pleitegehen/Austritt seitens der EU. Alle wissen, dass die Folgen sich potenzieren.

  • Zypern will mehr Zeit von der Troika
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