Forderung abgelehnt
Blair will Truppen nicht aus dem Irak abziehen

Der britische Premierminister Tony Blair hat am Dienstag erneut Forderungen nach Abzug der britischen Streitkräfte aus dem Irak zurückgewiesen. Auf der Jahreskonferenz seiner Labour-Partei im Seebad Brighton betonte er, dass im Kampf gegen den Terrorismus unschuldigen Opfern im Irak nicht durch Rückzug geholfen werde.

HB LONDON. „Wir müssen ihr Recht verteidigen, über ihre eigene Zukunft selbst zu bestimmen“, meinte der britische Regierungschef. Blair betonte die Notwendigkeit für einzelne Staaten, im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus starke Allianzen zu bilden. „Großbritannien sollte der stärkste Verbündete der USA bleiben“, rief er. Zugleich unterstrich der britische Regierungschef, dass sein Land ein starker Partner in Europa bleiben werde. Nach seiner Ansicht wäre es falsch, wenn sich Großbritannien von Europa isolierte.

Der seit acht Jahren amtierende Ministerpräsident rief seine Parteifreunde zu weiteren Reformen in der Innenpolitik auf. Nur so könne den sich ständig wandelnden Herausforderungen der modernen Zeit begegnet werden. Nach drei aufeinander folgenden Wahlsiegen der Labour-Partei befinde sich Großbritannien in einer günstigen Position. Sein Land habe weder mit „der Malaise von Frankreich“ noch mit der „Angst von Deutschland“ zu kämpfen. Es gehe vor allem darum, die britischen Grundwerte an die neuen Entwicklungen anzupassen. Länder wie Indien und China nutzten die Chancen der Globalisierung. Da sei es falsch, wenn im Westen das Tempo des Wandels ignoriert werde, warnte Blair.

In seiner 50 Minuten dauernden Grundsatzrede vier Monate nach seiner Wiederwahl ging Blair nicht auf Spekulationen um das Datum seines Rücktritts von der Regierungsführung ein. Der 52-Jährige hatte die Debatte selbst eingeleitet, als er vor seinem dritten Wahlsieg andeutete, dass er die neue Regierung keine volle Legislaturperiode mehr führen wolle. Prominente Mitglieder der Partei haben den Wunsch geäußert, dass er rechtzeitig vor der spätestens 2010 fälligen Neuwahl die Führung seinem Nachfolger übergebe.

In seiner Ansprache hatte der Premierminister ausdrücklich die Leistung von Finanzminister Gordon Brown in den letzten Jahren hervorgehoben. Brown gilt allgemein als der aussichtsreichste Kandidat für Blairs Nachfolge. Am Montag hatte der Minister zugesagt, im Fall seiner Nachfolge die Reformpolitik Blairs voll weiterzuführen.

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