Forderung der türkischen Justiz
2000 Jahre Haft für Gülen

Die türkische Staatsanwaltschaft fordert zweimal lebenslänglich für Fethullah Gülen. Und zusätzlich: 1900 Jahre Gefängnis. Der Prediger soll hinter dem gescheiterten Militärputsch stecken.

IstanbulDie türkische Staatsanwaltschaft fordert zweimal lebenslange Haft für den von der Regierung als Drahtzieher des Putschversuchs verantwortlich gemachten islamischen Prediger Fethullah Gülen. In einer 2527 Seiten langen Anklageschrift wirft die Behörde Gülen den „Versuch der gewaltsamen Zerstörung der verfassungsmäßigen Ordnung“ sowie die „Bildung und Führung einer bewaffneten terroristischen Gruppe“ vor, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete.

Zusätzlich zu zweimal lebenslänglich fordert die Anklagebehörde dem Bericht zufolge weitere 1900 Jahre Gefängnis für Gülen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht seinen einstigen Weggefährten und heutigen Rivalen als Drahtzieher des Umsturzversuchs vor einem Monat, bei dem 283 Menschen getötet und mehr als 2000 weitere verletzt worden waren. Erdogan verlangt daher mit Nachdruck die Auslieferung des 75-jährigen Geistlichen, der seit 1999 im Exil in den USA lebt. Die USA wollen dem Gesuch aber nur nachkommen, wenn Ankara konkrete Beweise präsentiert.

Offiziellen Angaben zufolge wurden seit dem Umsturzversuch Mitte Juli mehr als 35.000 Menschen festgenommen, von denen mittlerweile 11.600 wieder frei sind. Viele Menschen werden allein deshalb festgenommen, weil ihnen eine Nähe zur Gülen-Bewegung nachgesagt wird.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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