Forderung nach Zinssenkung
Erdogan setzt türkische Notenbank unter Druck

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will mehr ausländische Investitionen. Deshalb fordert er die – unabhängige – Zentralbank auf, die Zinsen zu senken. Sie hat im Januar genau das Gegenteil entschieden.
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AnkaraDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Zentralbank seines Landes zu einer Senkung der zentralen Zinssätze aufgerufen. Die Notenbank solle eine außerordentliche Sitzung einberufen, so wie sie es Ende Januar getan habe, als sie den Leitzins überraschend angehoben habe, sagte Erdogan am Freitag vor Journalisten. Ausländische Investoren würden mit Ungeduld auf niedrigere Zinssätze warten. „Dann wird mehr investiert.“

Der Sieg seiner islamisch-konservativen AKP Partei bei den Kommunalwahlen vom vergangenen Sonntag habe die Finanzmärkte beruhigt, sagte Erdogan weiter. „Es gibt Stabilität, Vertrauen.“ Trotz eines massiven Korruptionsskandals und Protesten gegen seinen zunehmend autoritären Regierungsstil holte Erdogans Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) landesweit 45 Prozent der Stimmen - fast sieben Prozent mehr als beim letzten Urnengang 2009.

Gegen den Widerstand Erdogans hatte die unabhängige Zentralbank am 28. Januar die Zinssätze drastisch erhöht, um die Talfahrt der Landeswährung Lira zu stoppen. Sie hatte immer weiter an Wert verloren. Hintergrund waren unter anderem politische Turbulenzen und Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung.

Wie andere Währungen von Schwellenländern leidet die Lira außerdem unter der Entscheidung der US-Notenbank Fed, ihre ultralockere Geldpolitik zurückzufahren. Dadurch wird es für Investoren wieder attraktiver, ihr Geld in den USA anzulegen anstatt in den Schwellenländern wie der Türkei.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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