Forderungen an Moskau
Briten weiten Giftanschlag-Ermittlung aus

Nach dem tödlichen Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion und Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko hat die britische Polizei ihre Ermittlungen am Samstag erheblich ausgeweitet. Der 43-Jährige war am Donnerstag in einem Londoner Krankenhaus gestorben.

HB LONDON/BERLIN. In seinem Urin wurde eine hohe Konzentration der hochgiftigen radioaktiven Substanz Polonium entdeckt. Derweil nahm der Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu, die Aufklärung des Falls zu unterstützen. Auch deutsche Politiker schlossen sich entsprechenden Forderungen an und riefen den Europarat auf, sich ebenfalls dafür einzusetzen.

Britische Geheimdienst-Experten setzten unter anderem die genaue Auswertung der Videobänder von Beobachtungskameras an Orten Londons fort, an denen Litwinenko Attentätern begegnet sein könnte. Dazu zählten die Umgebung eines Sushi-Restaurants unweit des Piccadilly Circus und des Millennium-Hotels am Grosvernor Square. An beiden Orten waren Spuren von Polonium 210 entdeckt worden, die Litwinenko auf noch unbekannte Weise vermutlich am 1. November verabreicht worden war. Zudem fahndeten Detektive nach Tatverdächtigen und befragen potenzielle Zeugen.

Die mit den Ermittlungen betraute Spezialeinheit für Terrorismusbekämpfung geht auch der Frage nach, woher das Polonium stammte. Das radioaktive Metall wurde bereits vor Jahrzehnten als Neutronenquelle beim Bau von Atombomben eingesetzt. Der Freund und Berater der Familie Litwinenko, Alex Goldfarb, äußerte die Ansicht, das Polonium könne nur aus einem staatlichen Atomlabor stammen.

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