Fortsetzung des Kyoto-Prozesses
Klimaschutzbeauftragter mahnt zur Eile

Lars Göran Josefsson, einer der beiden am Freitag ernannten Klimaschutzbeautragten der Bundesregierung, appelliert an die EU-Staaten, sich für die Fortsetzung des Kyoto-Prozesses einzusetzen.

BERLIN. „Das Kyoto-Protokoll gilt bis 2012, damit sind die Probleme bei weitem nicht gelöst. Bis dahin haben wir lediglich die ersten Schritte tun können“, sagte der Chef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall dem Handelsblatt. Es müsse jedoch weitaus mehr geschehen. „Die EU sollte dabei eine Führungsrolle übernehmen.“

Josefsson mahnt zur Eile. „Wenn es nach 2012 weitergehen soll, brauchen wir bis 2009 ein entsprechendes Abkommen.“ Dabei misst er der Bundesregierung eine wichtige Rolle zu: „Deutschland hat während seiner EU-Rats- und der G-8-Präsidentschaft im kommenden Jahr die Aufgabe, eine Agenda für Verhandlungen zu schaffen, die dann später in ein Abkommen münden. Wenn sich nicht im kommenden Jahr die Konturen für das nächste Abkommen abzeichnen, wird es zeitlich schwierig.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Josefsson und Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung am Freitag zu Klimaschutzbeauftragten der Bundesregierung ernannt. Josefsson zeigte Verständnis für die Haltung Deutschlands im Streit mit der EU-Kommission um den zweiten Nationalen Allokationsplan für die Handelsperiode von 2008 bis 2012. „Ich die unterstütze die Position der Bundesregierung. Deutschland braucht periodenübergreifende Regeln für die Zuteilung der Zertifikate. Die Unternehmen hier zu Lande müssen enorme Investitionen im Kraftwerksbereich stemmen, ansonsten drohen Versorgungsengpässe. Investitionssicherheit bekommen die Energiekonzerne nur über die verlässliche, langfristige Zuteilung von Zertifikaten“, sagte Josefsson.

Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche den Entwurf der Bundesregierung für einen Allokationsplan zurückgewiesen. Die Kommission rügt insbesondere Regeln, nach denen Kraftwerksbauern bestimmte Zertifikatemengen für 14 Jahre garantiert werden. Der Allokationsplan regelt, wie viele Emissionszertifikate den am Emissionshandel teilnehmenden Anlagen aus Energiewirtschaft und Industrie zugeteilt werden. Josefsson spricht sich dafür aus, langfristig von einer kostenlosen Zuteilung der Zertifikate auf eine Versteigerung umzustellen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%