Fotos von Osama bin Laden
„Die schauerlichen Bilder könnten wie Zündstoff wirken“

Die USA veröffentlichen keine Fotos des toten Osama bin Laden. Präsident Obama fürchtet um die nationale Sicherheit. Die im Versteck des Terrorchefs sichergestellten Computer bewerten Ermittler als Goldgrube.
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WashingtonDie US-Regierung wird keine Fotos von der Leiche des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden veröffentlichen. Das Präsident Barack Obama entschieden. Eine Veröffentlichung der drastischen Bilder könnte die nationale Sicherheit der USA gefährden, erklärte Obama am Mittwoch. Bin Laden wurde von einer Kommandoeinheit der US-Marine am Montag in Pakistan getötet. Wie es hieß, wurde er erschossen, weil er offenbar nach einer Waffe greifen wollte.

Er wolle nicht, dass die Fotos als Propagandamittel missbraucht würden, sagte in einem Interview des Fernsehsenders CBS Obama. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir Osama bin Laden getötet haben.“ Wer davon nicht überzeugt sei, für den werde auch ein Bild keinen Unterschied machen. „Es wird ein paar Leute geben, die das (die Tötung bin Ladens) bestreiten“, erklärte Obama. Tatsache sei jedoch, „dass man Osama bin Laden nicht wieder auf dieser Erde herumlaufen sehen wird“.

Regierungssprecher Jay Carney sagte, Obama gehe davon aus, dass ein DNA-Test und eine Gesichtsanalyse beweisen werden, dass es sich bei dem Mann, der in der pakistanischen Stadt Abottabad erschossen wurde, um bin Laden handelt. Obama sei der Meinung, dass die Bilder nicht als zusätzlicher Beweis gebraucht würden. Auch Fotos von bin Ladens Bestattung im Meer würden nicht veröffentlicht.

Der Regierungssprecher hatte am Dienstag zu einem der Bilder erklärt, es sei „schauerlich“ und könnte wie Zündstoff wirken. Die Veröffentlichung war in der Regierung umstritten. Fürsprecher wollten der Öffentlichkeit einen eindeutigen Beweis dafür zeigen, dass bin Laden wirklich tot sei.

Nach der Erstürmung des Hauses fanden de Soldaten der Spezialeinheit in dem Raum, in dem auch bin Laden war, nach offiziellen Angaben mehrere Waffen. Darunter auch Sturmgewehre vom Typ AK-47.

Vier Tage nach der Tötung bin Ladens besucht US-Präsident Barack Obama heute (Donnerstag) Ground Zero in New York. Wo am 11. September 2001 Terroristen zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center steuerten, will sich der Präsident mit Angehörigen der Opfer treffen und einen Kranz niederlegen.

Kommentare zu " Fotos von Osama bin Laden: „Die schauerlichen Bilder könnten wie Zündstoff wirken“"

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  • Immer wieder belustigend, wie Menschen sich nach sogenannten Fakten richten und argumentieren, ohne es selbst je beweisen zu können. Gewäsch sonst nichts. Fakten, liebe Herrschaften, müssen in einem Rechtsstaat gerichtlich festgestellt werden und von allen betroffenen Stellen und unabhängigen Gutachtern mehrheitlich festgestellt werden. Der einzige Fakt den ich in manchen Kommentaren hier sehe ist die offensichtliche Anhängerschaft einer antidemokratischen Bewegung und deren Ideale. Also entweder her mit handfesten Beweisen oder einfach nicht mehr trollen.

  • Bin Ladens Tod ein Grund zur Erleichterung
    Ja, auch mich freut, dass dieser Massenmörder endlich aus dem Weg geräumt worden ist.Genau so, wie ich mich gefreut habe, als vor genau 66 Jahren der Tod Adolf Hitlers bekannt wurde. Ob Obama dadurch an Ansehen gewinnt, ist mir ziemlich schnurz piep egal. Aber diese beiden Verbrecher und Demagogen haben ihren Tod verdient.Noch früher wäre besser gewesen. Ob Bin Laden dabei seine Waffe gezogen hat oder nicht, ist ebenfalls unerheblich. Hatten vielleicht die 3000 Toten in New York, die in Madrid oder an anderen Stellen der von Bin Laden initiierten Terror -akte in der Welt, die Chance sich zu wehren? Hatten sie etwa Veranlassung gegeben für ihre brutale und grausame Hinrichtung? Und was soll die Kritik an der Bestattung auf See? Haben wir schon vergessen, was mit dem Grab von Rudolf Hess geschah? Wie dieses zum Walfahrtsort der Neo- Nazis geworden ist? Wir brauchen das nicht auch noch für diesen Mörder Osama Bin Laden.

  • Erschreckend, welch emotionale Kommentare hier abgegeben werden! Es wäre doch sehr viel sinnvoller, sich an die Fakten zu halten und an das, was hinlänglich und überprüfbar bekannt ist. Richtig finde ich allerdings, dass keine Fotos vom Getöteten publiziert werden, für eine Bestätigung wäre ein Foto der Gen-Analyse ausreichend

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