Fotos waren angeblich Fälschung
„Daily Mirror“ entschuldigt sich für Folterbilder

Die britische Regierung hat die in der Boulevardzeitung „Daily Mirror“ abgedruckten Bilder von der Misshandlung irakischer Gefangener als mutmaßliche Fälschungen entlarvt. Der „Daily Mirror“ hat daraus Konsequenzen gezogen, Chefredakteur Piers Morgan ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten.

HB LONDON. Die Zeitung entschuldigte sich am Freitagabend vorbehaltlos für die Anfang Mai veröffentlichten Fotos, auf denen britische Soldaten mutmaßliche Gefangene malträtieren. Nach den Ergebnissen einer Untersuchung der britischen Militärpolizei wurden die Fotos gestellt und nicht im Irak aufgenommen.

Das britische Militär hatte eine Entschuldigung von der Boulevardzeitung „Daily Mirror“ gefordert. In einer Pressekonferenz des Königlichen Lancashire Regiments demonstrierten Soldaten am Freitag anhand von Uniformstücken, Fahrzeugen, Ausrüstungsgegenständen und Waffen, warum die ihnen auf den Bildern angelasteten Misshandlungsvorwürfe nach ihrer festen Überzeugung gestellt wurden. Die britische Regierung hatte die im Mai im „Mirror“ abgedruckten Fotos von den angeblichen Misshandlungen bereits am Vortag als Fälschungen zurückgewiesen.

„Es war eine Fälschung, die nicht einmal im Irak aufgenommen wurde“, sagte Brigadegeneral Geoff Sheldon. „Es ist Zeit, das Ego eines Herausgebers gegen das Leben eines Soldaten aufzuwiegen“, sagte Colonel David Black. Die gestellten Fotos hätten Soldaten im Irak in Gefahr gebracht und dienten als „Rekrutierungsplakat“ für die Terrororganisation El Kaida. Die Bilder zeigen, wie Soldaten mit Gewehrkolben auf einen im Laderaum eines Militärfahrzeugs liegenden wehrlosen Mann einschlagen und auf seinen nackten Oberkörper urinieren.

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