François Hollande
Merkels neuer Konkurrent spielt auf Risiko

Seine Zeit als umsichtiger Taktierer ist vorbei. Stattdessen übt sich Frankreichs Präsident nun in selbstbewusstem Auftreten. Das bekommt auch Kanzlerin Merkel zu spüren. Doch Hollande könnte sein Blatt überreizen.
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ParisFrankreichs neuer Staatspräsident ist in seiner politischen Laufbahn oft unterschätzt worden: von seinen Gegnern, von den sozialistischen Parteifreunden und sogar von der eigenen Frau, mit der er seit sechs Jahren nicht mehr zusammenlebt. Niemand hat François Hollande zugetraut, einmal der mächtigste Politiker Frankreichs zu werden - nicht einmal er selbst. Vor engen Freunden umschrieb er seinen kühnsten politischen Traum einmal so: "Das Finanzministerium zu leiten, das würde ich mir schon wünschen."

Wie reagiert jemand, der in einem extrem harten Zweikampf dem Top-Profi Nicolas Sarkozy das Präsidentenamt entwindet? Er zeigt enormes Selbstbewusstsein. Seit Hollande am 15. Mai Hausherr im Elysée wurde, stellt er seine Partner vor vollendete Tatsachen. Innenpolitisch zahlt sich das aus: Die Medien berichten, dass der französische Staatspräsident nicht mehr das Schoßhündchen der Kanzlerin sei, sondern die Hoffnung der unter "deutscher Austeritätspolitik" ächzenden Völker.

"Hollande ist heute der starke Mann neben Madame Merkel", triumphierte auch der Vizechef der Sozialisten, Harlem Désir, Ende vergangener Woche. Da hatte die Bundeskanzlerin gerade vorgeschlagen, die Nationalstaaten sollten doch mehr Kompetenzen an Europa abgeben - eine Idee, die in Frankreich gar nicht gut ankommt.

Hollandes selbstbewusstes Auftreten bekommen neben Merkel auch andere EU-Regierungschefs zu spüren. So provozierte der Franzose kurz vor dem EU-Sondergipfel am 23. Mai Spaniens Premier Mariano Rajoy mit dem Ratschlag, europäische Hilfe für die eigenen Banken zu erbitten. Als Rajoy sich öffentlich dagegen verwahrte, erklärte Hollande zwar, er sei missverstanden worden. Doch an diesem Wochenende zeigte sich dann, dass er recht behalten sollte: Madrid bat die Euro-Partner um Hilfe.

Finnen, Holländer und Deutsche provozierte Hollande mit seinem überraschenden Schwenk, mit Euro-Bonds nationale Schulden zu vergemeinschaften. Dafür begeisterte er umso mehr die besonders unter der Schuldenkrise leidenden Südeuropäer, deren Zinslast dann sinken würde.

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  • solange er sich mit den deutschen Genossen in einem Boot weiß,die ihn feierten wie den neuen Messias,wird er
    versuchen sie weiterhin für Eurobonds zu begeistern.
    Anders kann der Sozialist seine Wahlversprechen nicht
    einlösen.Das wird er den SPD Genossen schon irgendwie
    verklickern und sie auf ihre eigene Glaubwürdigkeit,
    bezüglich der Bonds,zu dem die SPD bis vor kurzem noch
    bereit waren,festnageln.
    Unter dieser Prämisse,wurde ja Hollandes Wahlkampf geführt.


  • Wenn es den Deutschen schlecht geht wählen sie konservativ, und das aus gutem Grund. Jeder Bürger weiß, dass die Sozialisten nur den vorhandenen Wohlstand umverteilen können und dafür auch gerne neue Schulden machen.

    Den Wirtschaftsstandort verbessern, die wettbewerbs-fähigkeit erhöhen ....das ist nicht ihre Sache.

    Soziale Wohltaten auf Pump wird der internationale Finanzmarkt aber wohl abstrafen. Und dann kommen Hollande und Gabriel ganz schnell in der Wirklichkeit an und machen dicke Backen.

  • Hollande entpuppt sich immer mehr als substanzloser Schwätzer, der keine Refomen anpacken und durchsezten kann,
    sodern weiter mit billigem Populismus darauf setzt, dass die von ihm verteilten Hängematten (mehr Staatsfaulenzer und Rente mit 60) von den anderen EU_Partnern finanziert werden.

    Zuvorderst natürlich von Deutschland.
    Noch ein paar Abstufungen der Bonität, - sind ja schon angekündigt, ein bisschen tiefere Rezession und sein
    Krakeel wird in den jämmerlichen Bettelton umschlagen.

    Wahrscheinlich spielt er dann wie die Griechen die beleidigte Leberwurst, wenn ihm seine Versäumnisse vorgehalten werden.

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